Ich Beppi, du Sepp

Bauernmärchen in Wien: David Bösch entdeckt in dem Kroetz-Klassiker «Stallerhof» eine archaische Liebesgeschichte. Von Wolfgang Kralicek

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In jedem Zimmer des alten Bauernhofs, auf dem Franz Xaver Kroetz lebt, steht eine Schreibmaschine, die nur darauf wartet, dass der Dramatiker endlich wieder saftige Dialoge in sie hämmert. Vergebens: Kroetz hat die Dramenproduktion eingestellt. Er mag nicht mehr, es fällt ihm nix mehr ein, und an sich wäre das auch gar kein Problem: Kroetz hat in seinem Leben ja schon ein paar Dutzend Stücke geschrieben, da kann man es dann auch einmal gut sein lassen.

Seine alten Dramen allerdings, die werden nur noch selten gespielt.

Dass das ein Fehler ist, kann man jetzt im Kasino des Burgtheaters sehen, wo David Bösch «Stallerhof» inszeniert hat. Das Stück ist legendär. Bei der Uraufführung 1972 im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses hatte die 17-jährige Eva Mattes eine viel beachtete Nacktszene; der eigentliche Skandal um das Stück aber ereignete sich erst ein Jahr später in Tirol:
Eine Hauptschullehrerin wurde fristlos entlassen, nachdem sie ihren 14-jährigen Schülerinnen «Stallerhof» zu lesen gegeben hatte.


    Die Wahrheit des Holzschnitts

Vater, Mutter, Tochter, Knecht – die Personenkonstellation des Stücks ist ebenso übersichtlich wie die Handlung: Beppi, die «zruckbliebene» Tochter ...

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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 28
von Wolfgang Kralicek

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