Christian im Wunderland
Schon im Herbst gab es in Dresden die von Armin Petras und Jens Groß eingerichtete
Uraufführung von Uwe Tellkamps «Der Turm». Dann zog Wiesbaden mit John von Düffels
Version nach. Während man sich in Dresden verständlicherweise auf die Künstler- und Ver-
leger- und damit auch auf die subkutane gesellschaftspolitische Struktur der DDR konzentrierte (siehe TH 11/10), zeichnet Düffels Adaption intimere Familiengeschichten nach und fokussiert auf die Biografien der Männer im Hause Hoffmann.
Immerhin weiß in Wiesbaden nicht unbedingt jeder, welche Dramen in DDR-Biografien vorprogrammiert waren.
Das ändert sich nun auch deshalb, weil man im Staatsschauspiel viel über Richard Hoffmann (Lars Wellings) erfährt, diesen Chirurgen, der sich eine Zweitfamilie hält und in Wiesbaden ziemlich blass wirkt. Was bleibt ihm auch anderes, ist er doch ein Mann der kleinen Fluchten, während Christian Hoffmann, dieser dezent musische Sohn des Hauses, auf seinem Weg ins Erwachsenenleben wie ein Träumer im Wunderland wandelt.
Michael von Burg spielt ihn als einen Heranwachsenden, der gerade noch die Härte der späten DDR zu spüren bekommt, aber doch ein staunendes Kind bleiben darf. Sieht man ihm zu, meint ...
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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger
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