(Hör-)Bücher für den Weihnachtstisch
Hans Neuenfels, geboren am 31. Mai 1941, gehört zu einem phänomenal talentierten Theater-Jahrgang. Auch die Schauspieler Bruno Ganz, Otto Sander und Gert Voss wurden 1941 geboren; ebenso Hermann Beil und Wolfgang Wiens, Dramaturgen von direktorialer Statur; die Regisseurskollegen Jürgen Flimm und Klaus Michael Grüber; und viele mehr ...
Was trieb sie alle in den Sechzigern zum Theater – damals doch zumeist ein Hort bildungsbürgerlicher Tradition – statt zu Film & Fernsehen? Hans Neuenfels beschreibt in seiner Autobiografie, die zugleich auch die seiner Generation ist, was die jungen Männer jener vaterlosen Gesellschaft zur Bühne brachte. Es war gerade die Herausforderung, verkrustete Strukturen der alten Intendantenherrlichkeit aufzubrechen. Neuenfels war in den Siebzigern beim Frankfurter Mitbestimmungsexperiment dabei. Es war die Möglichkeit der direkten Kommunikation und Konfrontation mit dem Publikum. Als Neuenfels’ «Medea» 1976 bei Presse und Politik Protest hervorrief, ging er auf das Frankfurter Publikum zu und setzte so mit Hilfe der Zuschauer seine umstrittene und grandiose Inszenierung im Spielplan durch.
Und es war – bei allem naturgemäß vorhandenen und weidlich ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 63
von Michael Merschmeier
Wie lässt sich die Ilias mit heutigen Kriegen verbinden? Über den Kriegsanlass wohl kaum: Selbst wenn man Michelle Obama oder Carla Bruni die Attraktivität einer schönen Helena
zusprechen würde, dürfte keiner der beiden staatenlenkenden Ehegatten wegen der Entführung seiner Frau sämtliche Verbündeten mobilisieren können für einen gnadenlosen Eroberungskrieg gegen...
Das stärkste Bild hat Karin Henkel an den Anfang gesetzt: Nebel, der alles überdeckt. Nur schemenhaft erkennt man darin Menschen und Raumumrisse. Unschärfe als Gebot der Stunde? Von bürgerlichem Realismus ist wenig zu merken, stattdessen hat Henkel ihre Inszenierung irgendwo zwischen expressionistischem Stummfilm und Film noir angesiedelt. Dazu gibt es einen...
Die Stadt haben die Schwestern sich als luftige Sehnsuchts-Skyline ganz oben ins Kinderzimmer gehängt, das Landleben läuft als stummes Baumrauschen auf dem Flachbildschirm, obwohl man es vor der Tür doch gefühlsintensiver hätte. Wie Aufziehpuppen hasten die Bewohner durch ihr Gut, das Theun Mosk im Schauspielhaus
Bochum über vier Etagen als pittoreskes...
