Hannover Schauspielhaus: Diese ganze Power

Clare Barron «Dance Nation» (DSE)

Theater heute - Logo

Es geht um einen Wettbewerb. Am Ende wird jemand gewinnen, und für den Sieg wird mit harten Bandagen gekämpft. Sieben Teenager bewerben sich bei einem Tanz-Contest, es steht ein Ausscheidungssystem an, vielleicht gewinnt man die erste Runde in Mannheim, vielleicht auch Zürich und Rotterdam, vielleicht geht es zum Finale nach London. Kann sein. Ist auch wichtig. Nicht lebenswichtig. Aber gewinnen will man schon.

Clare Barrons «Dance Nation» ist eine Geschichte über Konkurrenz und Leistung.

Man wird als Team beim Wettbewerb teilnehmen, aber eine Tänzerin soll ein Solo tanzen, das Team besteht also nicht aus gleichberechtigten Figuren. Andererseits: Wenn das Team nicht funktioniert, nutzt auch das perfekte Solo nichts … Barron beschreibt diese Situation mit kurzen Schlaglichtern aus Proben der Tanzgruppe: mal ein Selbstermächtigungsmonolog der ewigen Gruppentänzerin Ashlee (Amelle Schwerk) – «Was mache ich bloß mit dieser ganzen Power?» –, mal ein fieses Bittgebet der ehrgeizigen Connie (Seyneb Saleh). Mal ein Aufbäumen von Zuzu (Anja Herden), die sich gegen den Leistungsdruck ihrer Mutter (Alrun Hofert) zu wehren versucht. Was man so macht, wenn man 13 ist und weiterkommen will, wenn ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Salzburg Landestheater (ORF-Landesstudio): Neueste Nachrichten von 1976

Dass der prominente englische Dramatiker und Drehbuchautor Lee Hall («The Pitmen Painters», «Billy Elliot») als Autor des Stücks «Network» firmiert, mutet seltsam an. Hall hat Sidney Lumets Film aus dem Jahr 1976 bloß für die Bühne adap­tiert, ohne am Oscar-prämierten Drehbuch von Paddy Chayefsky groß etwas zu ändern. Zumindest in unseren Breiten wäre das ein Fall...

Freie Szene: Mental Overload?!

Feminismus, Antirassismus, Digitalisierung – das sind die Themen, mit denen sich die Akteure der Freien Szene in Berlin gerade beschäftigen. Aus Sehnsucht nach einer besseren Zukunft graben sie in der Vergangenheit, klagen die Gegenwart an und geben sich kämpferisch. Daran kann selbst die Corona-Pandemie nichts ändern, auch wenn sie die Theaterschaffenden zu selten...

Der Preis des Privilegs

Als die Mauer fiel, musste er erst mal Schlange stehen: Heiner Müller war auf dem Sprung nach New York, plötzlich musste er sich hinten anstellen. Das Ende der DDR bedeutete für ihn zunächst das Ende der Privilegien. Schon 1975 war er zum ersten Mal in die USA gereist. Er blieb mehrere Monate, überzog sein Visum. Niemand rechnete mehr mit seiner Rückkehr, Ruth...