Kathrin Röggla; Foto: picture alliance/dpa
Gott ist ein Investor
Es geht um Macht. Der SPD-Kanzlerkandidat verspricht im Falle seines Sieges, die Normalverdiener entlasten und die Reichen zur Kasse bit-ten zu wollen. Kathrin Rögglas Stück «Normalverdiener» zeigt eine Welt, in der so ein Versprechen als anachronistisch entlarvt werden muss, weil die große sozialdemokratische Erzählung nicht mehr verfängt und der Kapitalismus in neoliberalen Zeiten damit nicht mehr beschreibbar ist. Da hilft kein «Marx und Luhmannmurx», «… seht es doch endlich mal alle ein!», sagt ein Normalverdiener im Stück.
Nationalstaatliche Lösungen, die die Ungleichheit zwischen Arm und Reich beseitigen könnten, oder politische Strategien von Regierenden, die die Markwirtschaft zu regulieren im Stande wären, sind naive Fiktionen und entfalten wenig Wirkung. Es sind die Erzählungen von individuellem Erfolg und wirtschaftlichem Wachstum, aus denen sich die Machtstrukturen in der heutigen Gesellschaft ableiten, es sind undurchschaubar erscheinende Wucherungen der globalen Finanzmärkte, die unsere Geschicke bestimmen. Nicht einzelne Staaten entscheiden zum Beispiel juristisch über die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern, sondern «internationale Schiedsgerichte», die ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 177
von Remsi Al Khalisi
A
Ayad Akhtar
Junk. The Golden Age of Debt
(Deutsches Schaupielhaus Hamburg)
Mudar Alhaggi
Deine Liebe ist Feuer
(Theater Krefeld/Mönchengladbach)
B
Alexandra Badea
Extremophil (Volkstheater Wien)
Richard Bean
Wunderbares Europa (Landestheater Schwaben)
Utopia (Turbine Theater Langnau am Albis)
Alistair Beaton
Abgefrackt! (Staatstheater Nürnberg)
Magne van den Berg
Das lange...
Während des stalinistischen «Großen Terrors» wurden in der Sowjetunion von 1936 bis ’38 rund 1,5 Millionen Menschen verhaftet – ein Prozent der Bürger. Davon wurden 750.000 erschossen, mit oder ohne Schauprozess, bis zu 200.000 weitere starben in der Lagerhaft. Diese groben, entsetzlichen Fakten sind bekannt. Über die Details gibt es zwar Bibliotheken voller Bücher...
I would like to think that today we are living the imaginaries of those, who have been long gone», sagte Angela Davis vor kurzem bei einem Auftritt in London. Damit bezog sie sich auf Antonio Gramscis Aussage vom Pessimismus des Intellekts und Optimismus des Willens und sprach weiter: «Yes, we have always to believe that ultimately we will be able to change the...
