Glücksfall und Rückendeckung
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer die Entscheidung bekannt gegeben hat, recht sicher, dass es eine Spielzeit mit vielen interessanten Arbeiten von Regisseurinnen werden würde.
Shirin Sojitrawalla Also ich war mir da nicht so sicher. Ich habe unsere Entscheidung als Experiment begriffen, das auch scheitern kann. Aber dann kam eine solche Schwemme toller Inszenierungen von Frauen. Dafür, dass das nächstes Jahr auch wieder so ist, würde ich meine Hand allerdings nicht ins Feuer legen.
EB Es gibt zwei Möglichkeiten, wie die Quote wirken kann: einmal auf die Jury, die ja auch in den Jahren davor schon versucht hat, die Quote der eigenen Auswahl zu steigern. Oder die Quote macht etwas mit den Theatern – indem sie anders programmieren, mehr Frauen fördern, auf den großen Bühnen inszenieren lassen.
Affenzeller Ich glaube nicht, dass die Produktionslage ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 20
von Eva Behrendt
Baden-Baden, Theater
www.theater-baden-baden.de
Berlin, Berliner Ensemble
www.berliner-ensemble.de
Berlin, Deutsches Theater
www.deutschestheater.de
Berlin, Grips Theater
www.grips-theater.de
Berlin, Schaubühne
www.schaubuehne.de
Bochum, Schauspielhaus
www.schauspielhausbochum.de
Braunschweig, Staatstheater
www.staatstheater-braunschweig.de
Celle, Schlosstheater
www.sc...
Den ganzen Tag lang überschlugen sich die Ereignisse. Schulen, Universitäten, Museen, Grenzen, alle geschlossen. Messen, Kongresse, Konzerthallen und Theater hatten sich vorher schon dem Druck der Corona-Pandemie gebeugt. Alle Theater? Nicht ganz. Ein mittleres Haus im südbadischen Freiburg hörte nicht auf, dem Virus Widerstand zu leisten.
Es ging ja noch um «Der...
Ist das jetzt Trotz? Regisseur Philipp Preuss geriet im letzten Jahr in eine Repräsentationsdebatte: Seine Uraufführung des Dramas «atlas» von Thomas Köck wurde seitens asiatisch-deutscher Kulturschaffender grundlegend dafür kritisiert, dass hier «weiße Menschen die Geschichten von Menschen of colour auf deren Kosten nutzen» würden. In Mülheim inszeniert der weiße...
