Gewalt und Sprache

In Frankfurt verlegt Christopher Rüping Burgess’ «Clockwork Orange» ins Imaginäre, und Sascha Hargesheimer entwirft «Die europäische Wildnis, eine Odyssee»

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Auch darstellungstechnisch betrachtet ist Gewalt der Ernstfall: Der vielleicht deutlichste Unterschied zwischen Film und Theater besteht in der Illusion von Gewalt, die sich im Film sehr plastisch erzeugen lässt. Im Theater dagegen kann körperliche Gewalt nur höchst bedingt dargestellt werden, da sie zu Verletzungen führen würde. Eine Spielart der klassischen Performance (siehe Marina Abramovic) erzeugt die Sensation genau an dieser Grenze. Bis heute macht die Realität der Körper auf der Bühne aber auch jeden Versuch der Gewaltdarstellung spannender, als er im Kino jemals sein kann.

Vielleicht passiert ja gleich doch was! Zirkus und Akrobatik leben bis heute davon.

Wenn Christopher Rüping im Bockenheimer Depot Anthony Burgess’ Gewaltklassiker «Clockwork Orange» in Szene setzt, geht es um genau diese Frage: Wie lässt sich Gewalt auf der Bühne darstellen? Rüping hat keine neue, aber doch eine intelligente Antwort. Zunächst: Indem er den Schwerpunkt vom ersten, spektakulär gewalttätigen Teil – Alex und seine Droogs feiern willkürliche Gewaltorgien, die kein Ziel außer jener Sensation vom intensiven Leben, die der Gewalt innewohnt – auf den zwei­ten Teil verschiebt – Alex begegnet ...

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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Peter Michalzik

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