Gemeinschaft im Schrecken
Besonders ausgeprägte Feierstimmung herrscht nicht bei der Eröffnung des Internationalen Sommerfestivals im Hamburger Produktionshaus Kampnagel. Kurz vor Festivalstart wurde bekannt, dass die Bundesregierung den Etat des Fonds Darstellende Künste im künftigen Haushalt um 46 Prozent kürzen wolle, was insbesondere das Bündnis Internationaler Produktionshäuser – und damit deren größtes Mitglied Kampnagel – empfindlich treffen würde (s. auch S. 44 ff. in diesem Heft).
«Mit Einstellung der Förderung werden die sieben im Bündnis zusammengeschlossenen Theaterhäuser ihre Arbeit miteinander und ihre gemeinsamen Projekte und Initiativen (…) nicht fortführen können», betonte dieses in einer Protestnote, während unter anderem das rechtspopulistische Blog «Ruhrbarone» frohlockte, dass die Mittelkürzung die Quittung sei für eine Nähe des Bündnisses zur in Teilen antisemitischen BDS-Bewegung.
Der Vorwurf ist wenig kunstsinnig, ganz falsch ist er freilich nicht – insbesondere Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard erwies sich in ihrer Abgrenzung vom Antisemitismus zuletzt manchmal als ungeschickt, und gerade das Internationale Sommerfestival mit seinem Schwerpunkt auf eine Einladungspolitik ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Festivals, Seite 32
von Falk Schreiber
Dieses Grandhotel hat schon bessere Tage gesehen. Ohnehin erinnert es mit Schwingtüren und Holzvertäfelung eher an einen Westernsalon als an ein Hotel der gehobenen Art. Aber man muss zugeben: Die Lage ist wirklich einzigartig. Mitten im See gelegen, zu erreichen nur per Boot und über einen geschwungenen Metallleiter-Steg. Aber trotzdem: Irgendetwas ist merkwürdig.
...In meiner kurzen Festrede werde ich überwiegend auf das chilenisch-deutsche Verhältnis in Deinem Festivalprogramm fokussieren, was nicht schmälern soll, dass sich Dein Programm der letzten 30 Jahre liest wie ein «Who is Who» der internationalen Theaterszene. Respekt, wie viele Künstler:innen aus der ganzen Welt Du nach Chile gebracht hast, wie viele chilenische...
Er scheint gar nicht zu wissen, was Macht ist. Wollte er so ein richtig bösartiger Killer sein, müsste er das Monster in sich wohl erst noch entdecken. Dass Macbeth eine Lady braucht, die ihn zum Jagen trägt, ist auch in Darmstadt der Ausgangspunkt einer Inszenierung, die ganz nebenbei den Start einer neuen Führungstroika markiert. Alexander Kohlmann, Sabine Mäder...
