Gemeinsam einsam
Die Jugendstilbühne der Münchner Kammerspiele liegt in tiefem Nebel. Von goldgelbem Licht durchglühte Trockeneisschwaden dampfen aus der Nebelmaschine. Auch der Nieselregen vom Theaterhimmel sowie die federleichten Felsbrocken und Grasbüschel, die fünf hemdsärmelige Arbeiter in diesem hochwandigen Museumsmagazin bereits ausgiebig von vorne nach hinten geräumt haben, sind offensichtlich künstlich.
Jetzt greift sich der durchtrainierte Schauspieler Franz Rogowski einen Styroporstein, als sei’s ein Baywatch-Rettungsbrett, und schmeißt sich wie ein übermütiger Delfin auf den nassen Boden, um wieder und wieder triumphal über die Diagonale zu glitschen. Dazu liefert sein Kompagnon Stefan Merki fantastische Trommelwirbel, die, zusammen mit eingespieltem Sphärenbrausen, dem sinnfreien Treiben auch akustisch hypnotische Dichte und Plastizität verleihen.
Leider ist diese rauschhafte Rutschszene ein ziemlich einsamer Höhepunkt in Philippe Quesnes erster Münchner Produktion «Caspar Western Friedrich». Und das, obwohl die Komponenten der Inszenierungsinstallation durchaus vielversprechend sind: Quesne übersetzt bildnerische Motive des romantischen Greifswalder Malers Caspar David Friedrich in ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 15
von Eva Behrendt
Marco Reus hat eine Polizistin erschossen und sich mit einem Hippie-Mädchen in einer Lagerhalle verschanzt. Halt, Stop! Das stimmt natürlich nicht. Sieht aber erstmal so aus, wenn das Spiel losgeht auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters: Daniel Mutlu in der Rolle des Ex-Bundeswehrsoldaten Daniel C., der seit seinem Afghanistan-Einsatz von seiner Umgebung für...
In der Betonwand klafft ein riesiges Loch, durch das eine überdimensionale Lokomotive gebrochen ist. Jetzt steht sie da, dampfend – und wartet auf neue Ziele. Die Eisenbahn, sie wird in Suse Wächters Inszenierung des Hauptwerkes von Günther Anders zum Sinnbild für den technologischen Fortschritt. Und zum Startschuss einer Entwicklung, die den Menschen an ihrem Ende...
Nicht nur Fliegen wäre schöner, sondern auch schon ein Sonntagsausflug, bei dem nicht nachträglich die Biergartenzeche bis auf den Pfennig nachgerechnet würde. Dabei hat Otto «Mensch» Meier seine Träume ohnehin schon auf Miniaturformat geschrumpft, wenn er nachts im Hobbykeller an seinen Modellflugzeugen bastelt. Tagsüber ist er für 14 Schrauben am neuen BMW-Modell...
