Fristlos gefeuert
Die Vorwürfe sind ungeheuerlich. Barauszahlungen an sich selbst «an der Kassa» des Burgtheaters in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro, zum Teil ohne vertragliche Grundlage. Ein Defizit von mehreren Millionen, das über die Jahre aufgelaufen ist. Fragwürdige Abgeltungen eigener Inszenierungen, die aus Zürich übernommen wurden. Drei Mitglieder der eigenen Familie (Gattin, Schwester und Schwager), die am von ihm geleiteten Theater beschäftigt sind. Spitzenregiegagen zusätzlich zur großzügigen Intendantengage (über 200.000 Euro) für sich selbst (angeblich 52.
000) bei emsiger Produktion mittelmäßigster Arbeiten am eigenen Haus: Vier Regieaufträge hat sich Matthias Hartmann in manchen Jahren selbst erteilt. Den Selbstbe–dienungsladen sollte eine Verteidigungsstrategie decken, die neben hanebüchenen Erklärungsversuchen die Fehler immer nur bei anderen sieht und sich selbst zum über den Wassern schwebenden Großkünstler erklärt.
Das eigene Ensemble hatte Hartmann schon vor Wochen das Misstrauen ausgesprochen. Irgendwann wurde es selbst in Wien zu viel. Spätestens mit Amtsantritt eines neuen Kulturministers ließen sich die vielen Baustellen nicht mehr schönreden, zumal sich auch die lokale ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Abschied, Seite 69
von Franz Wille
Irgendwie ist es bei Sebastian Hartmann immer ein bisschen lauter. Auf der Bühne sowieso, aber auch drumherum. Lauter das Getrommel im Vorfeld seines Debüts am Deutschen Theater Berlin, der ersten Regie nach dem Ende seiner Intendanz in Leipzig (die sich fünf Jahre lang wie ein kolossales kulturpolitisches Schlachtengetümmel ausnahm, von dem aktuell noch der Streit...
Aachen, Grenzlandtheater
27. Wilde, Bunbury
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
5. Schindler, Zirkus Furioso
R. Mazdak Tavassoli
Aalen, Theater der Stadt
5. Hensel, Ja, Brigitte! Ja! Ja! Ja! (U)
R. Katja Lillith Leinenweber
Altenburg/Gera, TPT
5. nach Herrndorf, Tschick
R. Anne Keßler
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
21. Russell, Shirley Valentine oder
Die heilige Johanna...
Wenn er einen ansah, unter seinen buschigen, kühn gewölbten Augenbrauen hindurch, fühlte man sich ertappt. Fritz Marquardt Aug in Auge standzuhalten, dem gar nicht großgewachsenen Mann, war nicht einfach. Weil man ihm ein reiches, so großes wie bescheidenes Leben mit all seinen Umbrüchen, Widersprüchen, Herausforderungen ansah – er versteckte es nicht, ihm war...
