Freie Szene: Ende des Hypes
Der Hype ist vorbei, zumindest in Leipzig. Zwei Jahre lang haben das Theaterkollektiv copy & waste und das Schauspiel sich im Rahmen einer Doppelpassförderung durch die Kulturstiftung des Bundes in «Ceci n’est pas un HYPE!» mit Hypezig, dem besseren Berlin und all den anderen Etiketten beschäftigt, die der zweitgrößten Stadt in Ostdeutschland von innen und außen angehängt wurden. Die drei Performances näherten sich in unterschiedlichen Genres den zahlreichen diskursiven Bewegungen an – und haben sie dabei gleichzeitig konkretisiert und künstlerisch verfremdet.
Startpunkt der Hype-Reihe war im letzten April mit «Kampf Klub Ost» ein Audiowalk durch den Leipziger Osten, der Begegnungen mit Orten mit einem fiktiven Roman einer DDR-Autorin verknüpfte. So bewegte sich das Team nicht nur auf den ausgetretenen Pfaden der Leipziger Künstlerin Diana Wesser, die in ihren performativen Stadtteilinterventionen diesen Kiez schon seit Jahren bearbeitet, sondern legte eine eigene Bedeutungsebene über die Menschen und Räume. Allerdings verliefen diese Interventionen nicht ganz konfliktfrei. Ein großer Supermarkt verhängte nach den ersten beiden Durchgängen Hausverbot, weil die Interventionen in ...
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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Torben Ibs
Finanzwirtschaft, Aktien, Junk Bonds. Man versteht so wenig. Gut, dass die Wirtschaftsjournalistin Judy Chen (Hannah Müller) gleich zu Beginn von Ayad Akhtars «Junk» an die Rampe tritt und das Publikum über die groben Eckdaten aufklärt: 1985, Manhattan, die Zeit, als die alten Industrien sich anschickten zusammenzubrechen, die Zeit, als an der Wallstreet Wetten zu...
Wenn man so will, dann war das Programm des diesjährigen Heidelberger Stückemarktes ein verblüffendes und doch auch wieder verzerrendes Spiegelbild der Realität der kleinen Stadt am Neckar. Wer, wenn nicht Asiaten und Amerikaner macht das Gros der Touristen aus, die sich tagsüber und bis in die späten Abendstunden hinein durch die verwinkelten engen Gassen...
Sein Schwiegersohn Paul Lafargue beschrieb das Londoner Arbeitszimmer von Karl Marx als eine etwas chaotische Gelehrtenklause: Von Kamin und Fenster abgesehen, war jeder Zentimeter bedeckt von Regalen, «die mit Büchern gefüllt und bis zur Decke mit Zeitungspaketen und Manuskripten überladen waren». Selbst die Tische waren «voll mit Papieren, Büchern und Zeitungen»,...
