Geld und Glaube
Finanzwirtschaft, Aktien, Junk Bonds. Man versteht so wenig. Gut, dass die Wirtschaftsjournalistin Judy Chen (Hannah Müller) gleich zu Beginn von Ayad Akhtars «Junk» an die Rampe tritt und das Publikum über die groben Eckdaten aufklärt: 1985, Manhattan, die Zeit, als die alten Industrien sich anschickten zusammenzubrechen, die Zeit, als an der Wallstreet Wetten zu einem Geschäft wurden, Wetten, welcher Industriezweig sich als Nächster auflöst, welche Firma als Nächste in die Insolvenz rutscht. «Gerede über Geld war ich gewöhnt», erzählt Chen.
«Aber 1985 drängte sich der Eindruck von etwas Neuem auf. Etwas Aggressivem und Angriffslustigem. Da kam so ein fanatischer Eifer in den Blick der Leute. Als ob eine neue Religion entsteht.»
Fanatischer Eifer und der Einfluss von Religion auf unseren Alltag: Das sind schon immer Akhtars Themen. Mit seinen Erfolgsstücken «Geächtet» und «The Who and the What» konnte man den pakistanischstämmigen US-Amerikaner noch als Soldaten im Kampf der Kulturen missverstehen, als jemanden, der die Gegensätze zwischen muslimischem Fundamentalismus und westlicher Liberalität als zentralen Konflikt der Gegenwart herbeischreiben würde. Dabei ging es Akhtar ...
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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Falk Schreiber
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