Das Haben bestimmt das Sein

Karl Marx und seine Liebe zu Shakespeare, Goethe und zur Literatur. Wie viel Theater steckt in seinen Theorien?

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Sein Schwiegersohn Paul Lafargue beschrieb das Londoner Arbeitszimmer von Karl Marx als eine etwas chaotische Gelehrtenklause: Von Kamin und Fenster abgesehen, war jeder Zentimeter bedeckt von Regalen, «die mit Büchern gefüllt und bis zur Decke mit Zeitungspaketen und Manuskripten überladen waren».

Selbst die Tische waren «voll mit Papieren, Büchern und Zeitungen», und auch «auf dem Kamin lagen noch Bücher, dazwischen Zigarren, Zündhölzer, Tabaksbehälter …»

In diesen Regalen versammelte Marx allerdings nicht nur Fachbücher zur Politik, Philosophie oder Volkswirtschaft, sondern daneben eine riesige Sammlung literarischer Werke. Und zwei der wichtigsten Schriftsteller, zu denen er immer wieder zurückkehrte, waren Klassiker des Theaters: Aischylos und Shakespeare. 

«Jedes Jahr», schreibt Paul Lafargue über seinen Schwiegervater, «las er Aischylos im griechischen Urtext; ihn und Shakespeare verehrte er als die beiden größten dramatischen Genies, welche die Menschheit hervorgebracht. Shakespeare, für den seine Verehrung unbegrenzt war, hatte er zum Gegenstand eingehendster Studien gemacht; er kannte auch seine geringfügigsten Figuren. In der ganzen Familie wurde mit dem großen ...

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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Essay, Seite 52
von Uwe Wittstock

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