Fernost und Wildwest

Der Heidelberger Stückemarkt bewegt sich weg von der Textfläche

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Wenn man so will, dann war das Programm des diesjährigen Heidelberger Stückemarktes ein verblüffendes und doch auch wieder verzerrendes Spiegelbild der Realität der kleinen Stadt am Neckar.

Wer, wenn nicht Asiaten und Amerikaner macht das Gros der Touristen aus, die sich tagsüber und bis in die späten Abendstunden hinein durch die verwinkelten engen Gassen drängeln, irgendwie auf der Suche nach diesem pflegeleichten deutschen Spirit, der ihnen Romanzen vorgaukelt? Die Besucher aus dem fernen Osten können sich nicht sattsehen an der Postkarten-Romantik; Familien aus den Staaten werden nicht selten angeführt von einem wackeren Veteranen, der hier im ersten amerikanischen Quartier nach dem Zweiten Weltkrieg stationiert war. 70 Jahre gehörten «die Amis» zu Heidelberg, bis sie 2015 endgültig abzogen. 

Auch im Theater kommen sie noch einmal zurück. Nicht in brauner Uniform, sondern stilecht mit Colt an der Hüfte und breitkrempigem Hut, als klischeesatte einsame Kämpfer in einem rauen Westen, der noch richtig wild war. «Spiel mir das Lied vom Tod» von Sergio Leone hat Klaus Gehre für das Staatstheater Braunschweig als düstere Untergangsrevue inszeniert. Im Rahmen des Gastspielprogramms ...

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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Festivals, Seite 50
von Bernd Noack

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