Fortsetzung folgte

Alexander Eisenach «Anthropos Antigone» im Schauspielhaus Kassel

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Jetzt hat der Pilz das Wort. Weil ihm und dem verzweigten Mycel-Netz, auf und von dem er lebt, in jüngeren Forschungen zum «Wood Wide Web», zum weltumspannenden Netzwerk der Bäume also, die Fähigkeit zugesprochen wird (manchmal allerdings auch gleich wieder abgesprochen), eine Art Kommunikation herzustellen von Baum zu Baum.

Auf der Bühne vom Schauspielhaus in Kassel steht darum kurz vor Schluss der neuen Antiken-Bearbeitung aus der Regie-Werkstatt von Alexander Eisenach ein Gebilde, das bei sehr viel gutem Willen als Pilz durchgeht; elektronisch generiert und per Mikrofon abgenommen, brummelt es eher unverständlich vor sich hin. Das Ensemble markiert nun das Mycel – jeder und jede fasst einander bei den Händen und lädt dann auch Teile des Publikums dazu ein: bis womöglich alle das Gebrabbel von Kollege Pilz «verstehen» lernen. 

Es gibt durchaus Momente in Eisenachs Überschreibung, die ziemlich albern sind; das Pilz-Spiel gehört dazu. Aber auch an der Kern-Geschichte von «Anthropos Antigone» wird gehörig geschraubt – wenn etwa Eteokles und Polyneikes, die Söhne des alten, an der eigenen Blindheit gescheiterten König Ödipus, um dessen Nachfolge und also um die Macht im Staate ...

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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Chronik, Seite 75
von Michael Laages

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