Flashback Ismene

Anna Gschnitzer «Ich, Antigone» (U) am Staatstheater Mainz

Theater heute - Logo

Die Leinwände an den Seitenwänden und der Rückwand bewegen sich langsam nach oben. Irgendwann sind Gebäude zu sehen, zur Bühne hin mit Arkaden bestückt, die nicht nur in der griechischen Sommerhitze für Schatten, eine kühlende Luftzirkulation und die Möglichkeit eines offen demokratischen Gedankenaustausches sorgen können.

Die Atmosphäre von Thea Hoffmann-Axthelms Bühnenbild strahlt allerdings nicht die sonnige Offenheit einer südlichen Piazza aus, es wirkt entschieden düster, baufällig und wie ein Trümmerfeld, auf dem merkwürdige Gestalten streunen, von denen man nicht weiß, sind das Obdachlose nach der Implosion einer Stadtgesellschaft oder Trümmermenschen nach einem Drohnenangriff? Eigentlich müsste das der Chor sein, der in der antiken Tragödie gesellschaftspolitische Verwerfungen und rätselhafte Vorkommnisse hinterfragt. Beginnen die Gestalten zu sprechen, wird allerdings klar: Das ist ein Ensemble aus Staubteilchen – «Wir legen uns auf alles was ist / auf alles was war / Wir sind / nicht eins / wir werden eingeatmet / und weitergetragen / in den Lungen».

Etwa in der Mitte des Textes hat der Staub sich dann allerdings gelegt, er kommt schlicht nicht mehr zu Wort. Es ist also ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger

Weitere Beiträge
Drei Mal Leben

Wer die Hoffnung hegt, dass Frauen die besseren Menschen sind, insbesondere sich feministisch lesende, gut gebildete, diverse, postmigrantische, nachhaltig lebende, einander zugewandte Mittelschichtsfrauen im gerne auch besserverdienenden Hauptstadt-Umfeld, könnte enttäuscht werden. Das neue Stück von Golda Barton, einem Pseudonym aus dem Umfeld der Schauspielerin,...

Frau Yamamoto ist noch da

Personen

Frau Yamamoto, über 70
Nino, 37 und Erik, 49, ein Paar
Milena, Nichte von Erik, fast noch ein Kind
Frau im Treppenhaus
Mann und Frau im Restaurant
Servicekraft
Mann, der ein Gedicht schreibt
Mann und Frau in der Bar / beim Tanzen
Zwei Frauen im Park
Frau am Fenster
Mann und Kind im Schwimmbad
Zwei Anglerinnen
Therapeut, Klientin
Luciano
, Sohn von Frau...

Impressum Theater heute 11/24

Pläne der Redaktion
Josephine Köhler
 ist am Stuttgarter Schauspiel für die Rollen starker, autarker, auch mächtiger Frauen zuständig: ein Porträt

Rechtzeitig vor Weihnachten – Theaterbücher von und über Enis Maci & Pascal Richmann (Foto), Caroline Peters, Charly Hübner, Volker Lösch, Maren Kames, Rainald Goetz, Christoph Rüping, Veit Sprenger u.a.

Wunder gefällig?...