Fades Fest

wieder am 25.02. Fitzgerald Kusz «Lametta» am Staatstheater Nürnberg

Ohne christliche Fest- und Feiertage wäre die Welt friedlicher. Eine schmerzliche Erkenntnis, aber der fränkische Bühnenautor Fitzgerald Kusz zeigt mit seinem neuen Stück «Lametta» einmal mehr, dass es gerade dann, wenn es besinnlich und kontemplativ werden sollte, meist eher besoffen und explosiv zugeht. Die Familie, jener Hort der Gemütlichkeit, wird zum Raubtierkäfig, und statt süßer die Glocken nie klingen, klirren die Gläser, bis es auch die Oma auf das Laminat streckt.

Weihnachten, das ist bei Kusz die Hölle, und Verwandtschaft ist eine gefährliche Ansammlung harmonieresistenter Egomanen. Und während Peter Alexander vom Frieden auf Erden sülzt, kriegt sich die ganze Patchwork-Bande so in die Haare, dass sich selbst Ochs und Esel im selbstgebastelten Stall unterm windschiefen Baum abwenden. Frohes Fest allerseits!

Kusz misstraut konsequent verordneten Idyllen. In seinem 1976 uraufgeführten Familiendrama «Schweig Bub» ließ er eine Konfirmations-Fete grandios platzen, indem er seinen Bühnenfiguren einfach die Gläser ständig nachschenkte: die geistig-moralischen Ausfallerscheinungen ergaben sich da ganz von selbst. Das Dialekt-Stück aus den Niederungen bürgerlicher Anständigkeit ...

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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Bernd Noack

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