Erzählen um des Erzählens willen
Mit einem Streifzug der Narrationen startet Antú Romero Nunes in die erste Spielzeit unter der Intendanz von Benedikt von Peter und mit einer vierköpfigen Schauspielleitung, zu der neben Nunes die Dramaturginnen Inga Schonlau und Anja Dirks sowie der Schauspieler Jörg Pohl zählen. Vor allem Ovids «Metamorphosen» üben wohl Anziehungskraft auf ein Theater aus, das sich als Verwandlungskunst und Ort der suggestiven Erzählungen versteht.
Insofern ist diese Eröffnung programmatisch zu lesen – und eine «Vorstellung» auch in dem Sinn, dass hier erst mal ein Katalog der ästhetischen Mittel und der Spielweisen aufliegt und jede*r Schauspieler*in reihum kurz zur Kenntnis bringt, wer er*sie ist und was sie so kann.
Gesang des einsamsten Wals
In der Tat ist Ovids Geschichtensammlung eine Quelle für so gut wie alle Stoffe, die nach ihm über die Jahrhunderte die westlichen Dramatiker mit mehr oder weniger Ernst beschäftigt haben, «von Shakespeare über Goethe und Kafka bis Lynch und Cronenberg», wie das Theater Basel auflistet, die ganzen Medeas nicht zu vergessen oder Bernard Shaws «Pygmalion» und so weiter. Geschichten von Göttern und Halbgöttern, denen allen das eine Motiv der Verwandlung ...
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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Start Basel, Seite 17
von Andreas Klaeui
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