Endstation Geisterbahnhof

Der Theatermacher Toshiki Okada betreibt an den Münchner Kammerspielen mit seinem neuen Stück «Nô Theater» Katastrophentourismus in der japanischen Gegenwart.

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Wieder am 12., 19., 27. April

Geister gibt es in allen Kulturen, Stimmen aus dem Totenreich, Kobolde, Dämonen, bösartige oder verführerische Agenten des Jenseits. Meist haben sie spezielle Anliegen, wollen sich rächen oder entschuldigen, erkannt und erlöst werden, sind mitunter nur für Auserwählte sichtbar – und dabei auch stets so etwas wie ein Spiegel der Lebenden, die von ihnen heimgesucht werden.

Und nicht erst seit Shakespeare, sondern auch in der über 600 Jahre alten Tradition des japanischen Nô-Spiels ist die Bühne ein idealer Ort für Erscheinungen aller Art, die immer auch ganz konkret lokalisierbare Wurzeln haben.

Die Geister, die der japanische Theatermacher Toshiki Okada in seinem neuen, mit Ensemblemitgliedern der Münchner Kammerspiele entwickelten Stück an zwei Haltestellen der Tokioter U-Bahn – Roppongi und Tochomae – spuken lässt, sprechen zwar Deutsch, sind aber tief in ihren ruhelosen Seelen durch und durch japanisch. Das merkt man allerdings erst, wenn man ihnen eine Weile zuhört. Äußerlich unterscheiden sie sich kaum von den kosmopolitischen Fahrgast-Statisten, die hier allesamt exquisite Designermode des Berliner Modelabels Perret Schaad tragen und durch das glänzend weiße Zwischenreich, das ...

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Theater heute April 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Silvia Stammen

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