Ein Sportstück
Eine Inszenierung von Hebbels «Nibelungen»-Trilogie, die keine drei Stunden dauert, ist
selten. Die Fassung, die der österreichische Dramatiker und Regisseur Volker Schmidt für das Linzer Theater Phönix erstellt hat, ist aber nicht nur stark eingestrichen. Der Autor Schmidt hat Hebbels Verse zum Teil auch sprachlich bearbeitet, der Regisseur hat für das Stück ein unkonventionelles Setting gefunden: Die Bühne (Georg Liendorfer) ist ein Turnsaal.
Die Nibelungen sind bei Schmidt eine muntere Turner-Riege; einziger äußerer Verweis auf den Ort der Handlung ist das Wormser Wappen auf ihren Leibchen. Gekämpft wird nicht mit Schwertern, sondern auf Pferd und Barren, Trampolin und Kasten; die Tarnkappe, mit der sich Siegfried unsichtbar machen kann, ist eine Fechtmaske. Wenn es bei Hebbel heißt, Siegfried sei «der erste aller Recken», dann ist er bei Schmidt «der erste aller Turner»; und wenn Siegfried erzählt, seine Mutter halte ihn für «viel zu dumm, den kleinsten Maulwurfshügel zu behaupten», dann wird aus dem Maulwurfshügel in der Linzer Fassung ein Medizinball.
Besonders gut funktioniert der Transfer im Zweikampf zwischen Gunther (Ferdinand Kopeinig) und Brunhild (Lisa Fuchs), der ...
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Fernsehen
Freitag, 1.
12.30, Theaterkanal: Butterfly Blues – von Henning Mankell, der auch Regie führte.
Aufzeichnung aus dem Schauspielhaus Graz 2003
19.00 Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Magdeburg – vorgestellt von Esther Schweins – ein Film (2008) von Matthias Schmidt
19.30, Theaterkanal: Andreas Kriegenburg im Gespräch (vgl. auch die Seiten 11/12...
Er hatte sich mal wieder gründlich und vermutlich genussvoll im Ton vergriffen, Berlins Lieblings-Buhmann. Als Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin im Oktoberheft von «Lettre international» Berlin eine düstere Zukunft prognostizierte, wenn die Stadt sich nicht schnell und rabiat der Integrationsprobleme insbesondere türkischer und arabischer Zuwanderer annehme, hatte...
In Havanna gibt es einiges, was es anderswo nicht gibt. Ein «Café Bertolt Brecht» zum Beispiel und den «Parque John Lennon», in dem man sich auf einer Bank neben einer Bronzeplastik des berühmtesten Beatle niederlassen kann. Der Ehrenplatz in Havanna wurde ihm wohl zuteil, weil die USA zeit seines Lebens eine Gefahr in ihm sahen. Wir lernen: In Kuba kann man schon...
