Ein großes Ego
Die Nazis wussten, was sie an Gerhart Hauptmann hatten: einen von allen Bevölkerungsschichten als moralische Autorität und Gewissen der Nation geschätzten Dramatiker, der eine Erfolgsgeschichte vom einfachen schlesischen Gastwirtsohn zum Seher und Priester, vom Monumentalbildhauer zum Großschriftsteller und Wiedergänger Goethes vorzuweisen hatte und dem der Malerfreund Leo König nach dem Kapp-Putsch am 17. März 1920 ernsthaft zur Reichspräsidentschaftskandidatur geraten hatte, um Deutschland mit einem «Willen zur Geistigkeit gegenüber dem Militarismus» zu durchtränken.
Dieser Vorschlag schmeichelte Gerhart Hauptmann, für Stunden jedenfalls machte er eine neue Person aus ihm, «die ich anders nie kennengelernt hätte». Auch an der Vorstellung, ein «Napoléon de la Paix» zu werden, weidete er sich nur zu gern, weil er wie kein anderer das deutsche Schicksal in sich verkörpert sah. Allein er scheute die unvermeidlichen «Meinungskämpfe» des politischen Alltags, «denen meine Person preiszugeben ich mich nicht entschließen kann». Nur als Dichter und unersättlicher Figurenerfinder fühlte er sich auf gesichertem Boden. Mit selbstbewusster Lebenslust verstand er es nämlich, immer wieder neue ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Magazin: Biografie, Seite 58
von Klaus Völker
6./Mittwoch
20.15, arte: Fenster zum Sommer Spielfilm (2011) von Hannelore Valencak, Regie Hendrik Handloegten, mit Nina Hoss, Fritzi Haberlandt,
Lars Eidinger, Mark Waschke u.a.
8./Freitag
22.35, 3sat: Gegen die Wand Spielfilm (2004) von Fatih Akin, mit Birol Ünel, Sibel Kekilli, Catrin Striebeck u.a. (vgl. TH 4/04)
12./Dienstag
21.45, 3sat: Die verrückte Welt der Ute...
Aachen, Grenzlandtheater
12. Shaffer, Komödie im Dunkeln
R. Harald Weiler
Aachen, Theater
14. Maslowska, Zwei arme, polnisch sprechende Rumänen
R. Tanja Krone
15. Palmetshofer, wohnen. unter glas
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
2. Schönherr, Der Weibsteufel
R. Nikolaos Boitsos
Anklam, Vorpommersche Landesbühne
16. Long, Shakespeares sämtliche Werke ......
Sieben tapfere Kritikerlein haben wieder einmal Wind und Wetter, der Bundesbahn
und manchem Stau getrotzt, um pünktlich für das 50. Theatertreffen (Jubiläum – Traraa, Traraaaa!) die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des Bemessungszeitraums (Februar 2012 bis Januar ’13) zu küren. Die zehn Unwiderstehlichen, in alphabetischer Reihenfolge:
«Disabled Theater» von...
