Das System lernt mit

Zwei Versuche, der Finanzkrise auf dem Theater beizukommen: Volker Lösch dramatisiert Robert Harris’ Roman «Angst» in Basel, während Andres Veiel mit «Das Himbeerreich» in Berlin und Stuttgart als Bankerversteher erscheint

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Halten Sie auch die Finanzkrise für eine ganz schlimme Sache? Banken böse? Boni Teufelszeug? Und Hedgefonds für den Untergang des Abendlands? Dann sind Sie hier richtig!

In Basel, das zwar in Sachen Bankerdichte nicht mit Zürich konkurrieren kann und schon gar nicht mit Genf, das aber trotzdem alles andere als arm ist, hat sich Volker Lösch für Robert Harris’ Roman «Angst» entschieden.

Der Superheld in diesem Thriller ist nicht der Detektiv – ein liebenswert rustikaler Cop kurz vor der Pensionierung – und auch nicht die Hauptfigur, ein psychisch labiler ehemaliger Spitzenmathematiker vom Kernforschungszentrum CERN, der sich von der Teilchenphysik verabschiedet und lieber einen Hedgefonds gegründet hat. Sondern dessen diabolische Kreation, ein «selbstlernender Algorithmus», der die Aktienmärkte vorhersehen kann und märchen­hafte Gewinne abwirft. Die eigentliche Kristallkugel der Rechenmaschine ist die Höhe der Angst, die gerade im Markt herrscht, denn je ängstlicher Menschen werden, desto vorhersehbarer reagieren sie, wie schon Darwin her­ausgefunden hatte.

Harris’ letzte Volte, die seine Story allerdings von der Fiction in die Fantasy verschiebt, ist dann die Emanzipation der ...

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Theater heute März 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Franz Wille

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