Die Geburtshelfer
Es ist wie ein Besuch in einer basisdemokratisch geführten politischen Wohngemeinschaft: Eigentlich wollte man zwei Leute aus der WG zu einer Party einladen. Ganz naiv, ohne sich etwas dabei zu denken. Und nun, am Gemeinschaftsküchentisch sitzend, stellt sich doch ein schlechtes Gewissen ein: Warum hat man nicht gleich alle eingeladen? Warum spaltet man die Gruppe? Und überhaupt: Wozu braucht man eigentlich Partys? Echt unsensibel fühlt man sich plötzlich.
Das Wiener Schauspielhaus unter Andreas Beck, seit 2007 ein Hort der zeitgenössischen Dramatik, unterscheidet sich nicht nur thematisch von herkömmlichen Theatern. Es herrscht eine eigenwillige Musketierverschworenheit im Ensemble, das sich tatsächlich als Ensemble begreift: alle für einen, einer für alle. Max Mayer und Thiemo Strutzenberger jedenfalls sitzen einigermaßen betreten beim Gespräch für ein Doppelporträt da. Sie wollen wissen: Warum ausgerechnet wir beide? Unausgesprochen steht in der mit Kostümen vollgestopften Schneiderei, wo gerade Paul Claudels ausuferndes Glaubensdiskussionsstück «Der seidene Schuh» geprobt wird, im Raum: Wir sind nur zwei von vielen. Warum werden nicht auch die beiden anderen männlichen Akteure ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Akteure, Seite 24
von Karin Cerny
Halten Sie auch die Finanzkrise für eine ganz schlimme Sache? Banken böse? Boni Teufelszeug? Und Hedgefonds für den Untergang des Abendlands? Dann sind Sie hier richtig!
In Basel, das zwar in Sachen Bankerdichte nicht mit Zürich konkurrieren kann und schon gar nicht mit Genf, das aber trotzdem alles andere als arm ist, hat sich Volker Lösch für Robert Harris’ Roman...
Gibt es eine Erklärung für den Gelegenheitsmord der netten, klugen 17-Jährigen Stephanie und Cat an ihrem Kumpel Stephen? Wahrscheinlich schon. Vielleicht aber auch nicht. Tot ist er trotzdem. – Simon Stephens’ «Morning» im Jungen Theater Basel ist ein beiläufiges Stück, das man nicht übersehen sollte.
Wie geht es weiter am Frankfurter Mousonturm? Martine Dennewald...
«Minna von Barnhelm» ist gleichsam eine knappe (einen Tag währende) psychoanalytische Kur, die das sächsische Edelfräulein am widerstrebenden Major Tellheim praktiziert: Was hat es denn mit dessen Kriegs-Traumatisierungen wirklich auf sich, wie sehr ist er «verkrüppelt», ein «Bettler», «unglücklich», und ist es denn wahr, dass «ein Unglücklicher gar nichts lieben...
