Ein Auslaufmodell

Theater vom Ende des Anthropozäns: Marie Schleef inszeniert am Hamburger Schauspielhaus Liz Ziemskas «The Mushroom Queen», Thom Luz Franz Kafkas «Die acht Oktavhefte»

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Ein Bett ist ein privater Ort. Ein intimer Ort, ein Ort der Entspannung, auch ein Ort der Verletzbarkeit. Wenn zu Beginn des Theaterabends ein Paar im Bett schläft, dann ist das ein Hinweis: Das wird nicht gut ausgehen.

Lina Oanh Nguyen hat für Marie Schleefs Inszenierung von Liz Ziemskas in Deutschland wenig bekannter Fantasy-Erzählung «The Mush -room Queen» ein großbürgerlich-modernes Schlafzimmer in den Malersaal des Hamburger Schauspielhauses gebaut: Eine riesige Fensterfront gibt den Blick frei in einen vielleicht ein bisschen zu gepflegten Garten, durch den Nachtvögel bedrohlich flattern, in der Mitte des Raumes steht ein übergroßes Bett, in dem Mann (Markus John), Frau (Ute Hannig) und zwei Hunde (Sachiko Hara und Maximilian Scheidt) liegen. Ein stetiger Brummton verkündet Unheil (Sound: Nguyen + Transitory), die Frau findet keinen Schlaf, sie ist unzufrieden in ihrer wohlgeordneten Ehe, wünscht sich eine Doppelgängerin, die ihren Platz einnimmt, während sie die Welt erkundet. Be careful what you wish for.

Denn tatsächlich erfüllt sich der Wunsch, nur anders als erwartet. Die Frau steht auf, krault noch einmal den weißen großen Hund, dann tritt sie in den Garten, nackte ...

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Theater heute 4 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Falk Schreiber

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