Drei von der Tankstelle
Wild Frontier: Der Donbass ist eine Steppenlandschaft zwischen der Ukraine und Russland, dünn besiedelt, aber industrialisiert, eine Re -gion, die über Jahrtausende Durchmarschgebiet verschiedener Armeen war, die sich sprachlich und kulturell mit der spärlichen Bevölkerung mischten, eine auf eigenartige Weise von der Welt vergessene Krisenregion, die aktuell ein weiteres Mal Kriegsschauplatz ist.
Serhij Zhadan hat «Die Erfindung des Jazz im Donbass» allerdings vor dem russischen Angriff auf die Ukraine geschrieben, erschienen ist der Roman 2012 im Original unter dem Titel «Woroschilowgrad», zu Sowjetzeiten der Name der Stadt Luhansk. Was einen schon auf die Spur dessen führt, was Zhadan erzählen will: Es geht über 500 Seiten um eine Vermischung der Zeiten, der Sprachen und der Wertesysteme, bis sich alles in einem Rausch aus Wodka, Sentiment und schließlich Gewalt auflöst.
Armin Petras denkt diese Vermischung in seiner Romandramatisierung fürs Theater Bremen vom Ende her, also von der Gewalt, die spätestens 2014 mit dem Überfall Russlands auch weltpolitisch zum Thema wurde. Die von Zhadan in der postsowjetischen Umbruchszeit der Nullerjahre verortete Abenteuergeschichte vom ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2024
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Falk Schreiber
Die Theaterkritik von damals zu finden, war genauso schwierig wie damals die Suche nach dem Theater, in dem ein neuer Theatertext inszeniert wurde, den der Regisseur des Abends auch geschrieben hatte. Es war im November 1991 und auch deshalb so außergewöhnlich, weil sich das Ganze im pfälzischen Frankenthal ereignete. Dass es da eine zwar kleine, aber wohl doch...
Die Hölle, das ist die Gemäldegalerie. Zumindest, wenn sie so kuratiert ist wie die, die Nadin Schumacher in die neu eröffnete Kleinbühne «Werkstatt» in der Thalia-Nebenspielstätte Gaußstraße gebaut hat: Einige Bilder sind beschmiert oder zerrissen, an einer Stelle hängt nur ein leerer Rahmen, ein weiterer Rahmen ist beschädigt, vor allem aber passt nichts...
Papa Maik ist zurück. Vor vier Jahren hat er zum ersten Mal im Nationaltheater Weimar Quartier bezogen mit «Ich liebe dir». Zur Fortsetzung erweiterte sich der Orginaltitel noch um ein kryptisches «Aber lass dich nicht über den Haufen schießen». Maik ist dabei erstmal so einiges: Ostdeutscher, Fussballfan, Vater, Kampfsportler, Lebenskünstler und politisch...
