Petersburger Hängung
Die Hölle, das ist die Gemäldegalerie. Zumindest, wenn sie so kuratiert ist wie die, die Nadin Schumacher in die neu eröffnete Kleinbühne «Werkstatt» in der Thalia-Nebenspielstätte Gaußstraße gebaut hat: Einige Bilder sind beschmiert oder zerrissen, an einer Stelle hängt nur ein leerer Rahmen, ein weiterer Rahmen ist beschädigt, vor allem aber passt nichts zusammen, manches hängt schief, ganz rechts drängen sich die Bilder als falsch verstandene Petersburger Hängung unpassend eng beieinander, links hingegen ist alles irgendwie zu locker. Ein ästhetischer Alptraum.
Und dass Stefan Stern als Aufseher mal was umhängt, mal Beschädigungen zu reparieren versucht, macht nichts besser.
In dieser Galerie jedenfalls landen Garcin (Johannes Hegemann), Inès (Meryem Öz) und Estelle (Victoria Trauttmansdorff ), nackt und schutzlos zunächst: Sie sind in der Unterwelt, wegen unterschiedlicher Vergehen im privaten Bereich. Drei Liebessünder:innen, die ihren jeweiligen Partner:innen Leid zugefügt haben, werden in der Unterwelt mehr oder weniger sich selbst überlassen. Der Aufseher kommt zwar von Zeit zu Zeit und piesackt sie, auch die Raumtemperatur wird leicht unangenehm erhöht (weswegen die ...
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Theater heute April 2024
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Falk Schreiber
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