Die wahren Brexit-Dramen

Während sich in Westminster das Drama ohnmächtiger Politiker vollzieht, geben neue Stücke Antworten auf die Ursachen: Texte von Mark Ravenhill, Danai Gurira, Martin McDonagh, Laura Wade und Lynn Nottage

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Während im neuen Jahr London seine Premieren im gewohnten Rhythmus ausspuckt, wird kein britischer Theatermensch bestreiten, dass das absurdeste Stück zur Zeit in Westminster spielt. Man sieht perplex auf die Parlament-Politfarce – die Londoner, die ja als Insel auf der Insel klar für «Remain» gestimmt hatten, vielleicht mit besonderer Galle. Und da Mrs.

May die postkolonialen Brexitfantasien ihrer Eton-Bully-Boys deutlich mehr interessieren als Massendemonstrationen für ein zweites Referendum oder parlamentarische Mehrheitsentscheidungen gegen ihren Deal, weiß jeder, dass auch eine künstlerische Stellungnahme Nullkommanichts bringen würde. 

Zu Jahresanfang lief auf Channel Four ein interessantes Dokudrama des Theaterautors James Graham, «Brexit: The Uncivil War», das rekonstruiert, wie die «Vote Leave»-Kampagne mithilfe der Medien, sozialen Medien und vor allem Cambridge Analytica das Referendum für sich entschied. In der britischen Theaterlandschaft gibt es eine so direkte Auseinandersetzung mit dem Thema aktuell nicht, kein Brexit-Agitprop weit und breit. Dafür schauen gerade eine Menge Londoner Bühnen in die Vergangenheit, um die Gegenwart ein wenig besser in die Griff zu ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: International, Seite 32
von Patricia Benecke

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