Freie Szene: Schnelle Eingreiftruppe
Das Stück, mit dem das Aktionstheater Ensemble auf den Rechtsruck in Österreich reagierte, handelt scheinbar gar nicht von Politik. Weder Kurz noch Strache werden namentlich angesprochen, stattdessen wird in «Swing: Dance to the right» (2017) über homosexuelle Pinguine schwadroniert, über schlechte Chinesenwitze gelacht («Was heißt Dieb auf Chinesisch? Lang Fing!») oder darüber diskutiert, ob man als Deutsche in Österreich «Sahne» statt «Schlag» sagen darf.
Die in slicke schwarze Anzüge gekleideten Akteure bewegen sich nicht nur beinahe ununterbrochen tänzelnd über die Bühne, sie reden auch darüber, wie man beim Tanzen den Schwung mitnimmt, die alte Bewegung in eine neue überführt. Und irgendwann wird dann klar, dass das natürlich doch ein politischer Abend ist. Einer nach Art des Hauses halt.
Zu den besonderen Merkmalen des Aktionstheater Ensembles gehört es, die Dinge nur indirekt, hintenrum anzusprechen. Der 52-jährige Regisseur Martin Gruber, der die Gruppe vor genau 30 Jahren im Vorarlberger Städtchen Dornbirn gegründet hat, ist davon überzeugt, dass diese Strategie im Theater effektiver ist. Er will dem Publikum nichts vordenken, sondern es zum Denken verführen. «Sonst ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Wolfgang Kralicek
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