Die Wachstumsillusion

Warum Kapitalismus, wie wir ihn kennen, und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir leben werden Von Ulrike Herrmann

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Viele Jugendliche verzweifeln an den Erwachsenen. Die Klimakrise gefährdet ihre Zukunft, doch unablässig entstehen neue Treibhausgase. «Was macht unsere Eltern nur so ratlos?», fragt sich etwa Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Genauso wenig kann sie begreifen, warum die langjährige deutsche Kanzlerin weitgehend untätig blieb. «Merkel ist Physikerin. Müsste sie da nicht verstehen, was es bedeutet, wenn Klimagraphen in die Höhe rasen?» Die jungen Klimaschützer vermuten, dass allein das nötige Geld fehlt, um die Klimakatastrophe abzuwenden.

Populär ist der Spruch: «Wenn die Erde eine Bank wäre, hättet ihr sie längst gerettet.» Die Klimakatastrophe wird also betrachtet, als wäre sie eine normale Krise wie etwa ein Finanzcrash. Sie ist zwar existenziell, aber angeblich schnell zu beheben – wenn nur die nötigen Milliarden fließen.

Leider ist es nicht so einfach. Der Klimaschutz scheitert nicht, weil die Politik korrupt wäre oder nicht genug Geld bewilligen möchte. Der Wille ist vorhanden, den Planeten zu retten. So bilanziert der deutsche SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach erschüttert: «Niemand würde sein Eigenheim so sehr heizen, dass es mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent ...

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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Knappheit - alles auf Kante, Seite 6
von Ulrike Herrmann

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