Die unsterbliche Seegurke
Ungefähr 15.000 Zeichen soll dieser Text lang werden. Nicht gerade wenig für das Porträt eines Nachwuchsdramatikers, naturgemäß aber viel zu wenig, um die ganze, komplexe Welt zu fassen zu kriegen. Und auch viel zu wenig für Wolfram Lotz. Denn wenn es nach und um Lotz geht, müsste man eigentlich Indianisch sprechen oder eine andere Sprache, die keiner versteht.
So wie Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist ganz am Ende dieses merkwürdigen Lotz-Stücks «Einige Nachrichten an das All» seitenlang das (vermutlich gefälschte) Walam Olum zitiert, eine indianische Schöpfungsgeschichte: Weil es sowieso die richtigen Worte nie gibt (und genug schon ganz und gar nicht), um die Schönheit und Schrecklichkeit der Welt und des Lebens zu beschreiben und ins All zu senden.
15.000 Zeichen, mit so einer Vorgabe würde Wolfram Lotz gar nicht erst seinen Laptop aufklappen. Denn die Realität, in seinem Fall die des Theaters, hat den Künstler, findet er, nicht zu interessieren. Der Künstler will alles und macht das erstmal, der Pragmatismus wird schon früh genug sein kleinliches Haupt erheben. Im Theater heißt der Pragmatismus Intendant, der der ganzen Welt die Studiobühne zuweist, und Regisseurin, die aus ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Akteure, Seite 43
von Barbara Burckhardt
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