Die Komödie und ihr Preis
«Nackte Tatsachen», das Stück im Stück, steht kurz vor der Premiere, die Generalprobe zieht sich in die Nacht. In Katrin Bracks klapprig wirkendem Sperrholzbühnenbild über zwei Etagen hecheln die Schauspieler hinter ihren Figuren durch eine zotige Schmierenkomödie. Schauspielerin Traute von Dorffmanstrautt (Victoria Trauttmansdorff) kämpft lasziv entnervt als Fräulein Klangel mit den Requisiten: Rollmöpse, Zeitung, Telefon, Taschen und nebenbei Telegymnastik in einer Kulisse mit sieben klemmenden Türen.
Die unterschwellige Aggression des Ensembles auf der Bühne richtet sich gegen den Regisseur Rolf Knob (Felix Knopp) im Zuschauerraum. Auf die verzweifelt vorgetragenen Sinnfragen, die der dürftige Stücktext durchaus aufwirft, weiß er keine Antwort. Stattdessen hält er sich an die weiblichen Reize: Mit der so erfahrenen wie hinterfotzigen Kollegin Elena Meyerthor (Oda Thormeyer) verbindet ihn bereits ein gemeinsames Kind, die entrückte Jungschauspielerin Lulu Meisterhag (Lisa Hagmeister) gewinnt er als Geliebte, die beflissen ergebene Regieassistentin Tini (Cathérine Seifert), die von ihm ein Kind erwartet, muss er abschütteln. Die Endprobe bewegt sich erwartungsgemäß ins Chaos. Auf ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Chronik Hamburg, Seite 57
von Anja Sackarendt
1./Sonntag
11.45, arte: Square: Peter Stein im Gespräch mit Vincent Josse und Anja Höfer
8./Sonntag
23.20, arte: Mahlermania: Nico and the Navigators, Regie Nicola Hümpel
22./Sonntag
23.05, arte: Gala zur Wiedereröffnung des Mariinski-Theaters in St. Petersburg
25./Mittwoch
16.00, 3sat: Les Misérables – Gefangene des Schicksals Spielfilm (2000) nach Victor Hugo, mit John...
Auch über ein Jahr nach Erscheinen steht «1913», Florian Illies’ Canapésammlung des deutschen Künstlerklatsches am Vorabend des Ersten Weltkrieges, noch auf den oberen Rängen der Bestseller-Listen. Denn es ist auch zu schön: Saftig wegzulesen wie eine «Gala», frischt man dabei auch einige verblüffende zeit- und kunsthistorische
Zusammenhänge auf. Und erfährt zudem...
Allem Anfang muss ein Zauber erst injiziert werden, und Stefan Bachmann und sein Team arbeiten hart daran, Köln zu verzaubern. Die Neugier auf den Nachfolger Karin Beiers ist groß. Bachmann tritt ein gutes Erbe an. Wenn ein Theater so ins Zentrum der Aufmerksamkeit einer Stadt gerückt worden ist, kann man auch riskieren, es räumlich an die Peripherie zu...
