Die innere Mitte

Die Freie Szene sucht nach einer Heimat zwischen Hinterhof und Produktionshaus. In Hamburg könnte eine sogenannte «Mittelbühne» die Lösung sein

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Die Bezeichnung «Mittelbühne» führt in die Irre. Eigentlich gemeint ist die Größe eines Theaterraums, der Begriff ist relevant für die Bühnentechnik, kulturpolitisch hat er keine Bedeutung. Aber seit der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse, Haushaltsspezialist und fleißiger Geldsammler, zwei Millionen Euro aus Bundesmitteln für das Hamburger Lichthof Theater freigeklopft hat, ist der Begriff in aller Munde.

«Für das Lichthof Theater soll eine sogenannte ‹Mittelbühne› für die Freie Szene verwirklicht werden, welche die gewaltige Lücke zwischen den Off-Bühnen wie Lichthof und Kampnagel schließt», schreibt Kruse stolz auf Facebook. «Sie würde den freien Künstlern den strukturellen Rahmen für eine organische Entwicklung aus der Lokalität in die Überregionalität und die Internationalität bieten.» 

Tatsächlich hat Kruse recht. Bühnen mittlerer Größe sind essentiell für freies Theater, das zeigt der Blick in andere Städte: In Berlin existieren kleine Off-Spielstätten wie der Theaterdiscounter und ein großes Produktionshaus wie das HAU-Konglomerat, dazwischen operieren beispielsweise die Sophiensæle. In Frankfurt gibt es kleine Häuser wie das Gallus Theater, den großen ...

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Theater heute März 2021
Rubrik: Theaterarchitektur, Seite 32
von Falk Schreiber

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