«Die Händler sind an der Macht»

Die letzten 70 Jahre, meint der Dramatiker Ayad Akhtar, sei Amerika ein Modell gewesen, dem der Westen gefolgt ist. Das sei keine gute Idee mehr – ein Gespräch

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Theater heute Das letzte Mal haben wir uns ein paar Tage vor Trumps Amtseinführung getroffen ...

Ayad Akhtar ... von heute aus betrachtet, war das noch ein goldenes Zeitalter! Jetzt sind wir mitten in einem Melodram. 

TH Gibt es Melodramen, die gut ausgehen?

Akhtar Kaum. Meine Vorhersage wäre, dass es mit Trump so spektakulär zu Ende gehen wird wie alles andere, was wir mit ihm erleben. Aber wir werden sehen.

 

TH Wie hat sich die amerikanische Gesellschaft in den anderthalb Jahren mit Trump als Präsident verändert?

Akhtar Ich denke, wir sind dümmer geworden, wir sind uns noch weniger unserer Sucht nach Illusionen bewusst, und selbst wenn wir gegen Trump sind, dann sind wir vor allem erfüllt von einem Gefühl absoluter moralischer Überlegenheit. Wir denken, das Problem wäre Trump. Die einen verteidigen ihn, die anderen halten ihn für einen gefährlichen Idioten. Es gibt aber kein Gefühl dafür, dass Trump nur spiegelt, wer wir sind. Das ganze diskursive Klima ist noch seichter geworden. Obwohl wir natürlich gleichzeitig eine Phase von wirklich bemerkenswertem Journalismus erleben. Das Washingtoner Machtgefüge ist nie genauer und näher beobachtet worden. Insgesamt leben wir immer ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Konflikte, Seite 62
von Franz Wille

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