Die große Flucht

Das Theater in Israel hat beneidenswert viele Zuschauer, die aber vor allem eins suchen: Ablenkung von der existenziellen Unsicherheit ihres Landes

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Das vergangene Isra-Drama-Festival, die jährliche Leistungs- und Verkaufsschau der israelischen Theaterszene für Regisseure, Dramaturgen, Intendanten und Literaturagenten aus der ganzen Welt, wäre fast ausgefallen. Der Nahostkonflikt war in eine neue Phase getreten. Selbstmordanschläge erschütterten das Land, die Hamas schoss Mittelstreckenraketen auf israeli­sche Siedlungen, eine davon erreichte zum ersten Mal in der Geschichte die bis dahin sicher geltende Mittelmeermetropole Tel Aviv.

Benjamin Netanjahu, dessen Wiederwahl im Januar auf dem Spiel stand, schoss zurück und machte das Land für den nächsten Krieg mobil.

Doch die Probleme für Avishai Milstein, den Direktor des das Festival ausrichtenden Hanoch Levin Instituts, hörten auch nicht auf, nachdem der Waffenstillstand ausgerufen worden war und feststand, dass die Veranstaltung eine Woche später stattfinden könnte. Mitarbeiter des Instituts, die gegen die umstrittene israelische Siedlungspolitik kämpfen, infiltrierten in einer konzertierten Aktion seinen Emailverteiler und schickten warnende Bitten an die Teilnehmer des Festivals, ihr Kommen zu überdenken. Das Cameri Theater, dem das Institut angegliedert ist, hatte vor zwei ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Ausland, Seite 40
von Daniel Schreiber

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