Der Windmühlenkämpfer

Simon Strauß will das Theater mit literarischer Ausgefallenheit erneuern

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Der Titel macht keine Umstände: Eine «Spielplanänderung» wird verlangt, und zwar mit Ausrufezeichen. Im Untertitel dann gleich die nächste starke Behauptung: «30 Stücke, die das Theater heute braucht». Hier geht es nicht darum, was das Theater spielen sollte oder was ihm helfen würde, hier wird gebraucht. Simon Strauß, der Her­ausgeber dieser kleinen Dramen-Vorstellungsrunde, die auf eine Serie in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zurückgeht mit Beiträgen verschiedenster Autoren*innen, ist kein Mann, der zaudert.



Auch nach dem starken Aufschlag zeigt sich der Herausgeber als Freund vollmundiger Sätze. In seinem «Prolog» wird mächtig aufgeräumt, das Auge zielt aufs Große und Ganze. Die Bundesrepublik leiste sich eine weitverzweigte theatrale Infrastruktur, «als wäre ihre Fortexistenz integraler Teil der Staatsraison». Mit kleinlichen Einwänden wie dem bundesdeutschen Förderalismus und der Tatsache, dass allein Länder und Kommunen diese Infrastruktur tragen, die mit einer wie immer gearteten Staatsraison wenig am Hut haben, hält sich Strauß’ Höhenkammblick verständlicherweise nicht weiter auf. Stattdessen konstatiert der schmerzensstrenge Beobachter eine große allgemeine ...

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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Theaterbuch, Seite 24
von Franz Wille

Weitere Beiträge
Daten (7/2020)

Berlin, Ballhaus Ost

www.ballhausost.de

#shutdownspecials


Berlin, Berliner Ensemble

www.berliner-ensemble.de/

be-on-demand

BE on demand. Aufzeichnungen aus dem BE immer freitags ab 18.00 Uhr für eine Woche


Berlin, Deutsches Theater

www.deutschestheater.de

Online Streaming, Video- und Fernseh­aufzeichnungen


Berlin, Sophiensaele

www.sophiensaele.de 

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Nüchtern ins Vage kalkulierend

Wenn es sich alle Theater so leicht machen könnten wie das in Ingolstadt! Dort entschied man sich, als langsam klar wurde, dass Corona die ganzen fertigen Planungen für die nächste Saison zunichte machen würde, für einen radikalen Schnitt: «Wir haben unseren Spielplan 2020/2021 um ein Jahr verschoben, da dies ein wunderbarer Spielplan ist, wir aber nicht damit...

Offener Brief

Sehr geehrtes, weißes amerikanisches Theater, als Gemeinschaft Schwarzer, indigener und PoC-(BIPOC-)Theater­macher*innen sind wir im Vermächtnis von August Wilsons Rede «The Ground On Which I Stand» zusammengekommen, um euch genau zu sagen, auf welchem Boden wir nach den Bürgerunruhen unserer Nation stehen.


Wir sehen euch. Wir haben euch immer gesehen. Wir haben...