Der Wert der Wut

Ella Hickson «The Writer» (Deutsch von Lisa Wegener)

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Ende der Vorstellung: Eine junge Frau verirrt sich in den leeren Theatersaal und trifft dort auf einen mittelalten Mann. Sie ist Autorin, er Regisseur. Doch davon wissen die beiden zunächst nichts. Wovon er dagegen schnell erfährt, ist ihre Wut. Denn diese ist immens. Sie ist wütend über den katastrophalen, leblosen Theaterabend, den sie erlebt hat. Sie ist wütend über den unreflektierten Sexismus, der ihr Tag für Tag begegnet. Sie ist wütend, dass sie in einer Welt leben muss, die von Männern gestaltet wird und in der sie sich selbst als Opfer wiederfindet.

Sie ist wütend, dass es in den Debatten um Missbrauch immer nur um Sex und nie um Geld geht, obwohl das Geld das Machtgefälle installiert. Sie ist wütend über ihre Abhängigkeit. Sie ist wütend, dass ihre Stimme nicht gehört wird. Und wenn sie gehört wird, dann in kommerzialisierter, verfremdeter Form. Die Wut besetzt jede Faser ihres Körpers. Der Regisseur wiederum interessiert sich für jede Faser ihres Körpers, sowohl privat als auch seiner kapitalistischen Verwertbarkeit wegen. (Wut lässt sich gut verkaufen.) Also: Was tun? «Den Kapitalismus abschaffen und das Patriarchat stürzen.» (Er lacht) «Ich wünschte, Sie würden ...

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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 167
von Nora Khuon

Vergriffen
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