Der Welterfindungsbau

Das Teatro Oficina in Sao Paulo und sein Weihnachtsmärchen. Von Michael Laages

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Selbst sehr alte Hasen kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Und die Theater­macher selber wähnen sich schon mittendrin im «milagre», im «Wunder» von Sao Paulo – das «Teatro Oficina», die freie Gruppe um den charismatischen Regisseur Zé Celso Martinez Corréa, in Deutschland bekannt seit den Gastspielen 2004 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen und 2005 in der Berliner Volksbühne, erhielt nach fast drei Jahrzehnten im Dauerclinch mit dem Medien-Potentaten Silvio Santos erstmals offiziell und konkret Unterstützung von diesem legendären Selfmademan der brasilia­nischen Medienszene. Dessen «Grupo SS», mit dem landesweit bekannten Flaggschiff vorneweg, dem bislang überaus einträglichen Fernsehsender «sbt», hatte zu Beginn der 80er Jahre ein voluminöses Areal in Sao Paulos citynahem Stadtteil Bela Vista erworben, auf dem sich neben allerlei Kleinbebauung auch der schlauchartige ehemalige Werkstatt-, also: «Oficina»-Bau befindet, dem Zé Celsos Theater den Gruppennamen verdankt. In Nachbarschaft des Theaters entstand bald einer der zentralen Verwaltungsbauten der Santos-Gruppe, und wo ehedem kleine Geschäfts- und Wohnbauten ans Theater grenzten, gähnte seit langem eine riesige, leere Parkplatz-Fläche, die mal zum Supermarkt, mal zum 700 Wohnungen großen Wohnblock werden sollte. An deren Rand ließ die Santos-Gruppe vor wenigen Jahren in einem Akt besonderer Barbarei sogar eine alte Synagoge abreißen.  ...

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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Michael Laages

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