Die letzte Sekunde des Johan Faust
Doch, das sieht schon verdammt cool aus: Die Bühne soll ein Altersheim darstellen, wirkt aber dank der Rundum-Vergitterung wie die Hochsicherheitszelle für den Joker im Batman-Film «The Dark Knight». Dementsprechend scheint Mephisto in den Schminktopf von Heath Ledger gefallen zu sein, wenn er pferdefußschlurfend mit punkrockerstrubbeligem Blondschopf über die Bühne tobt.
Und über die Zuschauerköpfe ist ein riesiges Sicherheitsnetz gespannt, das immer wieder bedrohlich nach unten saust, wenn einer von Mephistos Mitteufeln oder der Meister selbst mit Anlauf hineinspringt, donnernd untermalt vom Soundtrack des Düsterrock-Gespanns Nick Cave und Warren Ellis.
Freilich, mit weniger Spektakel hätte der isländische Theatermacher Gisli Örn Gardarsson wahrscheinlich gar nicht erst antreten dürfen. Schließlich hat der ehemalige Profiturner seine Vesturport Theatre Company 2003 mit einer Trampolin-und-Trapez-Version von «Romeo und Julia» in die Theaterlandschaft katapultiert. So weit, so flott also – doch wo ist nun Faust? Und vor allem «Faust»?
Faust im Seniorenheim
Schließlich heißt es im Programmheft der mitproduzierenden Ludwigshafener Festspiele, die Inszenierung gehe «dem Kern der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Andreas Jüttner
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
24. Hörner/Schönfelder, Lilith. Paradise Loft
R. Martin Philipp
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
12. Ionesco, Die Stühle
R. Sebastian Schachtschneider
19. Murillo, Vermischte Meldungen
(oder Die ganzen blutigen Details) (DE)
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 034 47/585 161
Kasse Gera: 03...
Schon im Herbst gab es in Dresden die von Armin Petras und Jens Groß eingerichtete
Uraufführung von Uwe Tellkamps «Der Turm». Dann zog Wiesbaden mit John von Düffels
Version nach. Während man sich in Dresden verständlicherweise auf die Künstler- und Ver-
leger- und damit auch auf die subkutane gesellschaftspolitische Struktur der DDR konzentrierte (siehe TH 11/10),...
Der Schauspieler Wolf Redl, geboren 1939 im pommerschen Stargard, war jahrzehntelang immer dort, wo es wichtig wurde. Er spielte 1968 Peter Handkes «Kaspar» in Claus Peymanns Inszenierung am Frankfurter Theater am Turm, wechselte dann ans Münchner Residenztheater, wo er in Hans Lietzaus Heiner-Müller-Uraufführung den Philoktet gab, spielte 1970 unter Intendant...
