Der sokratische Zauberer
Er ging meist auf weichen Sohlen, erinnerte, auch mit seinen listig klugen Augen, an eine weise, leise Katze. Aber Katzen sind zugleich Raubtiere. Dieser sanft wirkende, eher kleinwüchsige Mann, der, als er schon weltberühmt war, am liebsten in Jeans oder legeren Leinenhosen und mit offenem Hemd erschien, er brauchte keinen Auftritt, um einfach da zu sein. Und war doch ein Alphawesen. Denn Peter Brook, der nicht mit den gestischen Herrscherposen des Großregisseurs oder Stardirigenten agierte, er hatte für andere offenbar schon von früh an eine schwer beschreibliche Präsenz.
Dank einer intuitiven und, wenn man ihm begegnete, zugleich unmittelbar spürbaren Autorität.
Dank der Gabe auch, mit unerbittlicher Freundlichkeit reden, werben, erklären und letztlich durchsetzen zu können. Schauspielerinnen und Schauspieler, Produzenten, Geldgeber, Intendanten, Sender, Festivalmanager mit lächelnder Insistenz und feinster Eloquenz von seinen Ideen zu überzeugen, war für Peter Brook offenbar ein Lebenselixier. Auch seine Bücher, zuallererst «Der leere Raum», das klügste Theaterbuch bis heute, beruhen ja meist auf Vorträgen, Interviews, Erzählungen, dem gesprochenen Wort.
Der in London 1925 ...
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Theater heute 10 2022
Rubrik: Sommer der Verluste, Seite 26
von Peter von Becker
Was soll das denn heißen? Dief Gein?», fragt eine Passantin. Karotten und Frühlingszwiebeln im Einkaufskorb, kommt sie offenbar gerade vom Wochenmarkt auf dem Herzogin-Anna-Amalia-Platz. Forsch, fast gereizt, ruft sie ihre Frage in Richtung der Holzbude, die vor dem kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig aufgestellt ist. Die junge Frau, die dort für das...
Ich kann mich nicht beklagen über die Zeit mit ihm in Gießen vor 40 Jahren und auch nicht über die letzten Jahre zwischen 2016 bis 2019, in denen er uns oft in der Volksbühne besucht hat. Wo er 2016 mit Martin Wuttke und mir nach Proben geredet hat, oder mit mir in der Kantine. Ich hab jetzt gerade, wo ich über ihn nachdenke, das Gefühl, er hat alle Abende von mir...
12./MITTWOCH 22.35, arte: Enfant terrible
Spielfilm, Deutschland 2020, Regie Oskar Roehler Biopic über Rainer Werner Fassbinder, gespielt von Oliver Masucci
16./SONNTAG 23.15, arte: Giacomo Puccini: Turandot
Mitschnitt der Neuinszenierung von Philipp Stölzl aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden 2022
26./ MITTWOCH 21.45, arte: Bertolt Brecht und die...
