Der letzte Stern der Müden
Was für eine seltsame, singuläre Karriere, die sich da zwischen den Theatern von Kassel oder Oberhausen, Berlin und Hamburg, den Opern von Amsterdam oder Paris und Filmretrospektiven in Locarno, Rom und New York bewegt hat!
Werner Schroeter war von Beginn an und blieb bis zuletzt ein Sonderfall – als Filmemacher des deutschen Autorenkinos, als Bühnenregisseur des Sprech- und Musiktheaters. Diese Zwitterstellung hat sein Werk geprägt.
«Der Rosenkönig» hieß ein Film aus den 80er Jahren.
Könnte man ihn nicht selbst so bezeichnen? Rose und Kreuz waren seine Insignien. Die Rose bezeichnet den Anspruch der Kunst, sich durch sich und in sich selbst zu erfüllen. Das Kreuz steht für Tod, Leid und Schmerz. Aus dem sich ergänzenden Gegensatzpaar erschließt sich seine Arbeit: lauter Passionsgeschichten, verkörpert in der Diva assoluta Maria Callas, unter deren Eindruck Schroeter als Künstler begann. Wolf Wondratschek schrieb, dass er statt des Zelluloids am liebsten die Stimmbänder der Callas belichtet hätte.
Der Grenzgänger Schroeter war unbehaust, unterwegs zu Sehnsuchtsorten, dorthin, «wo meine Sonne scheint», wie Caterina Valente einst sang. Die Schlagermelodie hat ihn infiziert, ...
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