Alles zugleich
Einen sadistischen Tanzmeister, einen schüchternen DJ und drei barfüßige pathetische Ballerinen, ein paar Handtücher und einen Laptop – mehr braucht Michael Laub nicht, um den Kreis der Verbindungen von Tanz und Tod begrifflich abzuschreiten. Da ist die Geschichte der Ballerina, deren Tutu an der Gasbeleuchtung der Bühne Feuer fing: Von da an hielten die Theater nasse Handtücher bereit, und so entstand das Sprichwort vom «Wet Blanket», der «Spaßbremse» – angeblich.
Da ist der Skelett-Tanz aus dem «Wizard of Oz», der sich wie ein roter Bewegungsfaden durchs Stück zieht: Schritt, Schritt, Kniewackeln, Fingerschnippen, Schritt, Schritt ... Regelmäßig fallen Schüsse und brechen Frauen zusammen. Tot oder lebendig, wahr oder gelogen, süß oder grässlich, herrlich oder peinlich, lauten die Fragen dieses Abends: Alles zugleich, lautet die einzig richtige Antwort.
Ganz in Schwarz und Weiß gehalten ist Michael Laubs neues Stück «Death, Dance and Some Talk». Die ebenso simple wie schlagende Symbolik der Szenerie ist Konzept. Nichts ist hier dem Zufall überlassen – ganz wie bei dem ähnlich konsequenten französischen Konzeptualisten Jérôme Bel –, nichts dem Auge des detailversessenen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist ja auch ein Fluch, Künstler in New York zu sein. Jedes Jahr im Januar fliegen zig Kuratoren, Veranstalter, Festivaldramaturgen über den Atlantik auf Entdeckungsreise, wenn neben «Under the Radar» am Public Theater und «Coil» am PS122 auch diverse kleinere Festivals neue amerikanische, meist nicht-dramatische Theaterarbeiten aus New York präsentieren. Und...
Es hätte die Saison der Aufbrüche und Neuanfänge werden können! Das gigantische Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das zu Beginn der laufenden Spielzeit zwischen Hamburg und Berlin, Wien und Zürich, Hannover und Dresden, Frankfurt und wieder Hamburg über die Grenzen hinweg inszeniert wurde, sorgte für ordentlich Wind und schürte große Erwartungen. Auch im Auswahlgremium...
Fernsehen
Samstag, 1.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften:
Staatstheater Kassel – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von Andreas Lehmann
19.30, Theaterkanal: Thomas Bockelmann im
Gespräch
Sonntag, 2.
17.00, arte: Unterwegs zwischen Ost und West – Der Schriftsteller Ingo Schulze – deutsche Dokumentation (2009) von Burghard Schlicht
Montag, 3.
18.00,...
