Der Kummerkasten der Nation

Auf den Spuren der Traurigkeit: Marthalers «Der letzte Pfiff – ein Drehschwindel» und Leonie Böhms «König Teiresias» in Basel

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Das Lied von der Wurst und ihren zwei Enden ist ein fürchterlicher Karnevalsgassenhauer. So laut, so dumm, so dre -ckig. Dass es auch anders geht, zeigt Christoph Marthaler am Theater Basel. Ganz klein, ganz fein, ganz einstimmig singen sie dieses «Alles hat ein Ende.» Pause. «Nur die Wurst hat zwei.» Pause. «Jawoll, mein Schatz.» Pause. «Es ist vorbei.» Und plötzlich ist das Lied so traurig, dass man heulen könnte.

Was ist das für ein mieser Kerl, der einen mit so einer so blöden Begründung hinaus in den Regen stellt? Wer tut so was? Und was ist da überhaupt vorbei in «Der letzte Piff – ein Drehschwindel»? 

Schwer zu sagen. Das Leben sicherlich. Aber wessen Leben? Auf der Großen Bühne des Basler Theaters, die dem Altmeister des Schweizer Theaters zur Verfügung gestellt wurde, wird mannigfach und mannigfaltig gestorben. Am dramatischsten stirbt Liliana Benini. Immer beim gleichen Ton fällt sie scheinbar getroffen um. Mal links herum, mal rechts herum, einmal sogar mit Purzelbaum. Dann liegt sie da, auf der Bühne. Und steht wieder auf, blinzelt, blinzelt, blinzelt. Und stirbt wieder, immer beim selben Ton.

Ein lustiger Abend über das Töten?

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Theater heute 6 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 7
von Valeria Heintges

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