Das Los des Schönen
Im Theater sagten sie «Rosel». Sie wollte selbst die lieblichere, kleinere Form ihres Vornamens. Rosalie Helga Lina: Eine Matrone konnte sich solchen Taufnamen leisten; sie war leichter, munterer. Aber was? Sie wusste es erst sicher, als sie schon vierzig war, nach langem Weg und harter Arbeit; nämlich: die unverwechselbare Schauspielerin, schön, anmutig und gerühmt. Mit solchem Traum war sie schon als junge Frau, sechzehn war sie, oben – in Hoya bei Bremen – aus dem Elternhaus nach Berlin gegangen, in die Schauspielschule.
Das war 1958, das Jahr, in dem ein in Berlin geborener, noch junger Mann, er war 32, zum ersten Mal aus seinem Exilland England herüberkam und probierte, ob das deutsche Theater ein besseres Feld für ihn sei; sein Name war damals in Deutschland nur ein Gerücht. Er hieß Peter Zadek und hatte einen Genet-Skandal hinter sich. Weit weg voneinander bildeten sich die Wege, und als sie zusammentrafen, nannte man das: «Glück».
Zadeks überkandidelte Susie
Rosel Zech hat das Zusammentreffen mit Peter Zadek, der – nach den steil-frechen Bremer Jahren – damals, 1967, schon ein berühmter, auch berüchtigter Mann war, immer als Glück empfunden. Es geschah in Wuppertal. Rosel ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Günther Rühle
Am Abend, der Tag hält sich jetzt schon wieder etwas länger, sitzen die Männer um den großen Küchentisch herum und machen Brotzeit. Ihr Gespräch dreht sich um den Traktor, den der Seewirt, dieser furchtbar zögerliche Mensch, nun vielleicht doch noch in diesem Frühjahr kaufen wird.
Der Finsterle will mir einen Lanz verkaufen, das wäre momentan der angesagte Bulldog,...
Zwölf Männer, halbnackt, in schwarzer Einheitsunterhose, eingesperrt in einen mit schwarzem Tuch ausgeschlagenen Innenhof. Fast alle sind jung, athletisch, zart. Sie befühlen und liebkosen sich. Dieses Venedig ist ein Knabeninternat. Und Internate taugen nicht für Idyllen. Also steht da plötzlich einer, den sie abstoßen, aus unerfindlichen Gründen. Ein kräftiger...
In der belgischen Region Flandern leben gut sechs Millionen Menschen. Zählt man die Flamen in der Hauptstadt Brüssel dazu, kommt man auf eine Zahl, die in etwa der Bevölkerung Hessens und Bremens zusammen entspricht. Die flämische Gemeinschaft – also der Teil des belgischen Staates, der für die Kultur der niederländisch sprechenden Bevölkerung zuständig ist –...
