Bekennende Ratlosigkeit

She She Pop befragen im Berliner HAU ihr zehn Jahre altes Stück «Schubladen» neu: Es werden «Mauern»

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Vor zehn Jahren zeigten She She Pop im Berliner Hebbel am Ufer ihr Stück «Schubladen». Das westdeutsch geprägte Performancekollektiv stieß dabei auf in der DDR sozialisierte Intellektuelle wie Annett Gröschner und Peggy Mädler und stellte dabei fest, dass die popkulturellen Codes, die das eigene Schaffen prägen, gar nicht so universell einsetzbar sind wie die (immer auch als Kartograf:innen eines kollektiven Pop-Gedächtnisses lesbare) Gruppe dachte.

Langfristig erwies sich die West-Ost-Frage als Identitätsmarker aber angesichts folgender Krisen als längst nicht so bedeutsam wie zunächst angenommen, weswegen «Schubladen» im Vergleich zu anderen She-She-Pop-Stücken verhältnismäßig schlecht gealtert ist: Schon bald nach der Premiere fragte man sich, was das für obskure Schubladen waren, in die sie ihre Biografien einzuordnen versuchten. Weswegen am Ende ein großer Berg biografischen Plunders auf der Bühne lag, den einzuordnen sich anscheinend nicht mehr lohnte. 

Dieser Material-Berg liegt im Dezember 2022 immer noch im HAU 1 – Bücher, Schallplatten, Zeitschriften. Und Johanna Freiburg, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf und Peggy Mädler lümmeln mittendrin, zumindest in der besuchten ...

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Theater heute Februar 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Falk Schreiber

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