Basel: Viel Stoff

Dominik Busch «Das Recht des Stärkeren» (U)

Theater heute - Logo

Eine Journalistin recherchiert in Südamerika und ist der Ansicht, sich auf der politisch richtigen Seite zu bewegen. Schließlich, so ihre Selbsteinschätzung, macht sie alles besser als die Mutter, die wohl dunklen Geschäften auf jenem Kontinent nachgeht, von dem die europäischen Kolonisatoren glaubten, es sei Indien. Die Tochter arbeitet an einer TV-Doku in einem von Guerillas und Regierungstruppen umkämpften Gebiet und ist der Ansicht, sie bleibe ihren journalistischen Prinzipien treu. Der ganze Irrsinn eines Bürgerkriegs um Geschäfte, Macht und Drogen soll thematisiert werden.

 

Was aber tun, wenn der Kronzeuge am Ende fordert, sein Statement sollte aus der fertigen Reportage geschnitten werden? Er hat begriffen, dass er und seine Familie ermordet würden, wäre er identifizierbar. Die Journalistin hatte ihm zugesichert, er könne jederzeit entscheiden, ob sein Aussage in der Dokumentation bleibt. Da der fertige Film ohne sein Statement aber nichts wert wäre, weist sie den Cutter an, die Sequenz nicht rauszuschneiden. 

Dominik Busch verhandelt in seinem neuesten Theatertext ziemlich viel auf einmal: das Mutter-Tochter-Drama, drogengeschwängerte Bürgerkriegssituationen in Ländern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2018
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Jürgen Berger

Weitere Beiträge
Düsseldorf: Netzkritik für Dummies

Er gilt als Dramatiker, der gern aktuelle politische Fragen anpackt. Philipp Löhle, Jahrgang 1978, hat in «Das Ding» 2011 über globale Warenströme geschrieben, in «Feuerschlange» 2016 über die deutsche Waffenindustrie, in «Du, Normen» und «Du, Norma» 2013 und 2016 über geschlechtsspezifische Sozialisation. Die aktuelle Frage, die einen beim Besuch seiner neuesten...

Geld und Glaube

Finanzwirtschaft, Aktien, Junk Bonds. Man versteht so wenig. Gut, dass die Wirtschaftsjournalistin Judy Chen (Hannah Müller) gleich zu Beginn von Ayad Akh­tars «Junk» an die Rampe tritt und das Publikum über die groben Eckdaten aufklärt: 1985, Manhattan, die Zeit, als die alten Industrien sich anschickten zusammenzubrechen, die Zeit, als an der Wallstreet Wetten zu...

Freie Szene: Ende des Hypes

Der Hype ist vorbei, zumindest in Leipzig. Zwei Jahre lang haben das Theaterkollektiv copy & waste und das Schauspiel sich im Rahmen einer Doppelpassförderung durch die Kulturstiftung des Bundes in «Ceci n’est pas un HYPE!» mit Hypezig, dem besseren Berlin und all den anderen Etiketten beschäftigt, die der zweitgrößten Stadt in Ostdeutschland von innen und außen...