Aufführungen

Die interessantesten Premieren im Mai, ausgewählt von der «Theater heute»-Redaktion.

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Wenn man Stücke trinken könnte, dann hätte ich gerne eine Flasche vom Kirschgarten»: Tilmann Köhlers «Liebeserklärung an den Kirschgarten» kann man auf der Website des Dresdner Staatsschauspiels nachlesen, wo der junge Hausregisseur jetzt seinen ersten Tschechow inszeniert. Altmeister Wolfgang Engel hat sich indessen nach Weimar begeben, wo er den Verschwörungen in Schillers «Fiesco zu Genua» nachgeht.

In Magdeburg nimmt sich Jan Jochymski Shakespeares zögerlichen Hamlet vor, und in Potsdam lässt Bruno Cathomas Peter Märthesheimers und Pea Fröhlichs «Lola» wiederauferstehen, das Drehbuch zu Rainer Werner Fassbinders filmischer Abrechnung  von 1981 mit dem Wirtschaftswunder. Weiter westlich, in Göttingen, begibt sich Christina Friedrich auf den von Armin Petras kürzlich am Gorki Theater wiederentdeckten 60er-Jahre-«Rummelplatz» von Werner Bräunig, und Thomas Bischoff folgt auf der Romanspur mit Dostojewskis «Verbrechen und Strafe». In Bochum untersucht Elmar Goerden die Hausfrauen-Tristesse der Ibsen-«Nora», und Lisa Nielebock widmet sich in Essen mit Lessings «Nathan» der immergrünen Toleranz-Frage. David Bösch bleibt am selben Ort mit Andri Beyelers Jugendstück «Kick & Rush» ganz ...

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Theater heute Mai 2010
Rubrik: Service, Seite 56
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Im Geschlechtertaumel

Wo liegt Illyrien? Schon für Shakespeare ist’s ein Fantasieland, das «Elysium» so mächtig anklingen lässt wie «Illusion»; schon in der klassischen Mythologie ein Terrain schräg neben dem Bekannten: oberhalb Griechenlands an der adriatischen Küste, zwischen Dalmatien und Traum. Illyrien ist Spiegelland. Für die Zürcher Aufführung hat Penelope Wehrli eine bewegliche...

Hoffnung auf Heilung

Man könnte sich fragen, was es das Publikum interessiert, ob ein Schauspieler eine Vorhaut hat oder nicht – Karsten sagt, er habe eine, Loai dagegen ist beschnitten, und Ayelet hat in ihrem Leben noch nie eine Vorhaut gesehen oder berührt. Man kann mit dieser unverhofft delikaten Information aber auch einen clever entwaffnenden Auftakt inszenieren. Das verklemmte...

Bombenstücke

Die deutsche Dramatik hat die Bombe. Sie wird am Flughafen deponiert, sprengt den Stuttgarter Hauptbahnhof in die Luft, ebnet ganze Städte ein, verwüstet Länder, und wenn sie zu weit entfernt von Europa explodiert, dann grüßt ihr Feuerschein wenigstens im Fernseh-Bild, ihr fetter Sound untermalt professionelle Betroffenheit. In zahlreichen neuen Stücken, die in den...