Bombenstücke
Die deutsche Dramatik hat die Bombe. Sie wird am Flughafen deponiert, sprengt den Stuttgarter Hauptbahnhof in die Luft, ebnet ganze Städte ein, verwüstet Länder, und wenn sie zu weit entfernt von Europa explodiert, dann grüßt ihr Feuerschein wenigstens im Fernseh-Bild, ihr fetter Sound untermalt professionelle Betroffenheit. In zahlreichen neuen Stücken, die in den letzten Monaten zur Uraufführung kamen, wirkte der große Knall als Metapher für die Gegenwart.
Mal ironisch, mal zynisch, dann wieder realistisch oder fantastisch eingesetzt wird die reale oder erwartete Explosion zum Ankläger einer Zeit, die angeblich aus den Fugen geraten ist.
Nun ist keines dieser Stücke zum Wettbewerb um den Mülheimer Dramatikerpreis eingeladen worden, obwohl der Hang zum Drastischen ganz offensichtlich eine virulente Zeiterscheinung ist. Dazu gibt es zwar keine Begründung des Auswahlgremiums, aber doch eine Menge Indizien, warum gute Dramatik sich eben doch besser in der Verweigerung des Knalleffekts entwickelt. Das heißt nicht, dass es keine drastischen Erfahrungen gibt, über die es sich lohnt, Stücke zu schreiben. Missbrauch, Emigrantenschicksale, Armut und ungeklärte Todesursachen sind Themen, die ...
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Drei Mörder-Ratten lehnen an der Reling eines Vergnügungsdampfers, und sie werden ganze Arbeit leisten: Kein Angestellter und auch kein Chef verlässt lebend diese Betriebsfeier! Das Thema Arbeit musste auf dem Theater schon lange einmal konsequent zu Ende gedacht werden. Spätestens seit Horváth hängt der Verlust des Arbeitsplatzes als Damoklesschwert über...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
22. von Kürthy, Mondscheintarif
R. Ulf Dietrich
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
14. Williams, Die Glasmenagerie
R. Bernadette Sonnenbichler
22. Tabori, Mein Kampf
R. Ewa Teilmans
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
2. Schimmelpfennig, Idomeneus
R. Ingmar Otto
8. Brecht, Die heilige Johanna der Schlachthöfe
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Gleich nach einer kurzen Diashow zur Einstimmung teilen sich Gesine Hohmann und Stephan Stock die Bühne gerecht auf. Auf der linken Seite arbeitet sich der Berner Schauspielschüler mit geradem Rücken, irritierend wohlgesetztem Lächeln und ein paar multifunktionalen Holzlatten durch den stoischen Optimismus von Halldor Laxness’ «Sein eigener Herr»: die Geschichte...
