Anwalt der Nische
Um den Künstler herum, um die Kunst herum. Im Gemenge der Berufe, die zwar nah dran sind oder gar mittendrin, aber nicht selbst künstlerisch, nicht unmittelbar selbst künstlerisch, hat der Kurator das jüngste und unklarste Profil. In der Bildenden Kunst, wo er innerhalb kurzer Zeit zum Star avancierte, steht er zwar im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung, die er im Wesentlichen selbst führt. In Tanz, Theater, Performance aber ist er noch immer selten und vor allem: weitgehend unbeachtet.
Was umso überraschender ist, als er in den freien performativen Künsten längst eine wirkmächtige Rolle spielt bei der Definition und Organisation von Kunst, Diskursen, Formaten, Finanzen.
Berufsbild aus der Bildenden Kunst
Nun gehört es zum Profil vieler Jobs im freien, experimentellen, internationalen Theater (also jenem Theater außerhalb der fixierten Strukturen und relativ fixierten Ästhetiken der meist nur innerhalb ihrer Landes- und Sprachgrenzen wirkenden Stadttheater), dass es kein klares Profil gibt. Was macht ein Dramaturg ohne Drama, ein Kritiker ohne Kriterienkatalog, ein Tänzer ohne Tanz, ein Regisseur ohne zu inszenierenden Text? Dem Theater-Kurator aber steht nicht einmal ein ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Die Kunst der Kuratoren, Seite 6
von Florian Malzacher
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bedient den kollektiven Spieltrieb. Es gibt Sekt, Casinotische und ein Szenario, das die eigentliche Aufführung vorher und nachher ziemlich in den Schatten stellt. Erst zögerlich, dann wie...
Romane sind unsichtbar. Das bisschen schwarz-weißes Gewimmel auf kleinen Papierbögen ist ja keine ernstzunehmende visuelle Existenz. Ihnen auf der Bühne zur Sichtbarkeit zu verhelfen, halten viele für einen Liebesdienst. Andere sehen darin nur gedankenfaule
Kinosucht und gegenwartsscheue Nostalgie. Beide Vorwürfe gegen Romane auf der Bühne werden in den zwei Kölner...
Und es existiert doch, das Nachspiel. Das Deutsche Theater ist sich nicht zu fein, Nis-Momme Stockmanns in Frankfurt uraufgeführtes Vater-Sohn-Drama «Die Hässlichen und die Brutalen» David Bösch anzuvertrauen. Noch tiefer gräbt Stephan Kimmig am DT, der Judith Herzbergs Stücke «Leas Hochzeit» (1982), «Heftgarn» (1995) und «Simon» (2002) zu einer jüdischen...
