Alles nicht so gemeint

Jonathan Meeses «Die Monosau» bekommt einen garantiert regiefreien Auftritt in der Berliner Volksbühne

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Erstaunliches ist der Volksbühne gelungen. Na ja, gelungen. In einem kollaborativen Kraftakt schafften es verdiente Kräfte des Hauses samt Überraschungsgästen, dem schon seit geraumer Zeit langsam, aber sicher ins Nervtötende lappenden künstlerischen Programm des Infantilisten Jonathan Meese ein nicht unerstaunliches Quantum neues Leben einzuhauchen.

In gut zwei Stunden machen sie aus einem ungebremst assoziativen Gequirl von Text, einst zur Jugendzimmerzeit aufgeschrieben von Meeses Mutter, eine überwiegend unterhaltsame, übersichtlich in Solo- und Ensemble-Passagen organisierte Großquatsch-Revue, die nicht nur, aber entscheidend davon lebt, dass der Nudelsalat von einer Vorlage gegen eigentlich keinen darstellerischen Einfall Widerstand leistet – wahrscheinlich wäre es genauso amüsant, ihn im Stile von Peter Stein zu inszenieren.

Vor knapp 30 Jahren begann Jonathan Meese wie viele andere bildende Künstler mit einem Hang zum Performativen damit, die Lieblingssujets und Idole von Kindheit und Jugend von der Posterwand des Kinderzimmers zu rupfen und zu Material von Gegenwartskunst zu erklären. Solche emotionalen Readymades waren damals von Florian Illies bis zu Michel Majerus eine ...

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Theater heute 4 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Diedrich Diederichsen

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