Agenda: Türen öffnen
TH Wie zuletzt einige Theaterkollektive, die sich noch während ihres Gießener Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft gegründet haben, feiert auch Rimini Protokoll dieses Jahr 20. Geburtstag. Von Gruppen wie Gob Squad oder She She Pop unterscheiden Sie sich auch dadurch, dass Sie in wechselnden Konstellationen miteinander arbeiten und «Rimini Protokoll» eher als Label dient.
Wie kam es zu dieser Namensgebung? Stimmt es, dass Sie um ein Haar «Herforder Quittung» geheißen hätten?
Stefan Kaegi Zuerst hießen wir einfach Haug/Kaegi/Wetzel, dann ganz kurz Haug/Kaegi/Ernst/Wetzel. Das war zu kompliziert für die Theater, es musste einfach ein Label her. Und da wir alle drei eigentlich Experten des Verschwindens sind – jedenfalls was die Exponiertheit auf der Bühne angeht, – war es uns auch ganz recht, unsere Eigennamen aus dem Spiel zu nehmen.
Helgard Haug Wobei die jeweilige Autorenschaft auch immer benannt wird. Wir verschwinden nicht völlig hinter dem Label, aber es gab das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Dachkonstruktion, unter der sich dann verschiedene Konstellationen, Autorenschaften und Formate versammeln lassen. Die haben auch immer etwas miteinander zu tun, auch wenn ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: Gespräch Rimini Protokoll, Seite 4
von Eva Behrendt und Franz Wille
Als das Licht im Zuschauerraum ausgeht, bleibt die Bühne konsequent dunkel im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Nach einer Weile werden menschliche Konturen erkennbar: Zwei Frauen und drei Männer, die mutmaßlich knöcheltief im Wasser hocken. Als sie ausdauernd versuchen, sich Zigaretten anzuzünden, sieht man im Licht des Feuerzeugs, dass sie nackt sind....
Es geht schon vom ersten Moment an in die Hose. Das Intro zu «Prometheus», das im Juni im Studio der Schaubühne Premiere hatte, sollte sie uns kurz noch mal referieren, Sie wissen schon, all diese Götter, die da durcheinandergeraten im antiken Mythos, und die Streberin im kleinen Schwarzen (Carol Schuler) hat es auch ganz gut drauf. Aber der Typ daneben, eigentlich...
«Die Hölle, das sind – die, die – die anderen.» Da ist es endlich, in der Mitte des Stücks, sein bekanntestes Zitat. Verstammelt, verdruckst. Es klingt fast wie eine Frage, weniger wie eine Feststellung. Denn die Hölle, das ist in der Bühnen-Interpretation von Johanna Wehner, jede*r auch sich selbst. In einem höllisch undurchsichtigen Jenseits führte Jean-Paul...
